Eine Einführung
Blutzellen und ihre Bildung
Es gibt drei Hauptgruppen von Blutzellen bzw. Blutplättchen. Die weißen Blutzellen (Leukozyten) sorgen für die Abwehr von Infektionen, die roten Blutzellen (Erythrozyten) transportieren Sauerstoff und die Blutplättchen (Thrombozyten) bewirken bei Verletzungen durch Verklumpung des Blutes einen Wundverschluss.
Leukozyten, Erythrozyten und Thrombozyten werden im Knochenmark aus Ursprungszellen (Stammzellen) gebildet und reifen über mehrere Zwischenstufen zu funktionierenden Blutzellen bzw. Blutplättchen heran.
Die ausgereiften Blutzellen und Blutplättchen übernehmen ihre Funktionen im Körper. Nach einer für jede Gruppe und Art bestimmten Zeit werden sie abgebaut und durch neue Blutzellen und Blutplättchen ersetzt.
Was sind Leukämien?
Leukämien sind Krebserkrankungen der blutbildenden Organe. Es ist eine funktionslose Vorstufe einer weißen Blutzelle entstanden, deren Vermehrung vom Körper nicht kontrolliert werden kann. Die Anzahl der weißen Blutzellen kann stark ansteigen, so dass das Blutbild weiß erscheint (griechisch: Leukämie = weißes Blut).
Die große Anzahl funktionsloser Vorstufen weißer Blutzellen im Knochenmark, im Blut und eventuell in anderen Organen kann in zunehmenden Maße die notwendigen Funktionen des Knochenmarkes, des Blutes, aber auch anderer Organe stören.
Symptome einer Leukämie-Erkrankung
Die Ansammlung von Leukämie-Zellen im Körper beginnt in der Regel unbemerkt und führt im weiteren Verlauf je nach Leukämieart zu einigen möglicherweise auftretenden Symptomen. Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sie sind aber nicht unbedingt leukämiespezifisch:
Ob die genannten Symptome auf eine andere eventuell harmlose Ursache oder auf eine Leukämie zurückzuführen sind, kann nur durch einen Arzt abgeklärt werden.
Die vier Hauptformen der Leukämien
Es gibt unterschiedliche Formen von Leukämien, die sich im Krankheitsverlauf und in den Prognosen stark unterscheiden. Die akuten Formen, die sich rasch entwickeln und die chronischen, die langsam fortschreiten. Es gibt sogenannte "myeloische" Formen, bei denen sich Leukämie-Zellen vor allem im Knochenmark und Blut befinden und "lymphatische" Formen, bei denen vor allem Lymphknoten und Milz von Tumorzellen befallen sind. Die lymphatischen Leukämien werden inzwischen den Lymphomen zugerechnet (siehe auch unter Lymphome).
Behandlungen von Leukämien
Eine Leukämie-Erkrankung führte noch vor wenigen Jahrzehnten in der Regel zum Tod. Inzwischen sind bei der Behandlung große Fortschritte gemacht worden, so dass je nach Art der Leukämie ein unterschiedlicher, aber teils beträchtlicher Anteil der Patienten geheilt werden kann. Das Leben der nicht heilbaren Patienten kann bei guter Lebensqualität teils beträchtlich verlängert werden.
Es werden alle wichtigen Therapien wie Chemotherapien, Strahlentherapien, Immuntherapien und Hochdosistherapien (als Chemo- und/oder Strahlentherapie) mit nachfolgender Stammzelltransplantation durchgeführt. Die Auswahl und eventuelle Kombination der einzelnen Therapien hängt von der Art der Leukämie und von einigen Kennzeichen des Patienten z.B. dem Alter ab.
Bei einer Leukämie-Erkrankung sollte ganz besonders auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Spezielle, besonders geeignete „Diäten“ gibt es allerdings nicht.
Von Behandlungen mit sogenannten alternativen Therapien muss abgeraten werden. Jegliche Art einer "alternativen" Behandlung ist bedenklich. Patienten, denen zu solch einer Therapie (auch von einem Arzt) geraten wird, sollten unbedingt eine zweite Meinung einholen. In jedem Fall sollte der behandelnde Arzt, in der Regel ein Hämato-Onkologe der die Standardtherapie durchführt, über jegliche „alternative“ Begleit - Behandlungen informiert werden.
Entstehung und Eigenschaften von Leukämien
Über 90% der an einer Leukämie Erkrankenden sind Erwachsene. Wie bei anderen Krebserkrankungen auch, treten Leukämie-Erkrankungen vor allem in der zweiten Lebenshälfte auf.
Sogenannte ionisierende Strahlungen (radioaktive Substanzen, Röntgenstrahlen, Höhenstrahlung) und Chemikalien in der Umwelt wie Benzol können die Erbsubstanz in den Vorläuferzellen der Leukozyten schädigen und schließlich eine Leukämie entstehen lassen.
Erbliche Veranlagungen können offenbar für eine geringe Erhöhung der Wahrscheinlichkeit an einer Leukämie zu erkranken, verantwortlich sein. Das ist aber nur für statistische Betrachtungen relevant. Selbst wenn mehrere Mitglieder einer Familie an einer Leukämie oder einem anderen Tumor erkrankt sind, ist das leicht als zufällige Häufung dieser in der Bevölkerung nicht seltenen Erkrankungen zu erklären.
Leukämien sind keine ansteckenden Erkrankungen !