| S |
- Scoring-Systeme
- Bei einigen Erkrankungen, speziell mit hoher Variabilität der Schwere der Erkrankung, werden eventuell
verschiedene Faktoren zu einem Punktekonto zusammengefasst. Auf Grund solch einer quantitativen Bewertung
kann eine genauere Diagnose erstellt werden und eine Einschätzung für den Krankheitsverlauf erlangt werden.
Das Scoring kann auch für die Entscheidung zur Wahl einer Therapie genutzt werden.
Beim Myelodysplastischen Syndrom wird zum Beispiel neben der Einordnung zum Krankheitsstadium nach der
FAB-Klassifikation
auch ein Scoring System für die Zuordnung zu Risikogruppen ("low", "intermediate", "high") genutzt
- schwere aplastische Anämie
- Blutarmut als Folge eines Versagens der Blutbildung mit einer extremen Verminderung
aller Arten von Blutzellen/Blutkörperchen (
Granulozyten, Erythrozyten
und Thrombozyten)
- sehr aggressive Lymphome
- (sehr bösartig, sehr schnell fortschreitend); synonym verwendete Begriffe,
die allerdings zumindest einen Teil der
aggressiven Lymphome einschließen sind: hochmaligne, von hohem Malignitätsgrad,
high grade, high risk);
Einordnung (grading)
bestimmter Lymphome in eine Gruppe nach dem unbehandelt
zu erwartenden Krankheitsverlauf. Die Erkrankung schreitet sehr schnell, in Wochen fort.
Ein je nach Lymphom-Entität
und Variante unterschiedlicher Anteil ist heilbar.
(Näheres siehe unter grading;
zusätzliche Informationen unter
Lymphome und Zytostatika)
- Sekundärtumor
- Als Sekundärtumor wird eine
Metastase aber auch ein wiederauftretender
Tumor nach einem Zeitraum, in dem er nicht nachweisbar ist, bezeichnet. Es kommt vor, dass
auch ein Zweittumor, ein möglicherweise durch die Behandlungen mitverursachter anderer
Tumor) "Sekundärtumor" genannt wird.
- Sepsis
- Blutvergiftung; das Eindringen von Bakterien oder deren Gifte in die Blutbahn aus einem
im Körper vorhandenen Krankheitsherd, der nach einer früheren Infektion verblieben ist. Eine Sepsis
kann bei Schwächung des Immunsystems (z.B. durch eine Chemotherapie) auftreten.
- seropositiv, seronegativ
- Vorhanden sein (seropositiv) bzw. Fehlen (seronegativ) von bestimmten
Antikörpern
- Smoldering Myelom (SMM) ; kutanes T-Zell Lymphom
- (auch Smouldering Myelom); Zwischen der "monoklonalen Gammopathie mit unbestimmter
Signifikanz" (MGUS) und dem
Plasomozytom/Multiplem Myelom einzuordnende Erkrankung.
Das Smoldering Myelom entwickelt sich sehr langsam und zeigt nicht die typischen
klinischen Anzeichen des Multiplem Myeloms. Es bedarf keiner Behandlung, muss aber
beobachtet werden (wait and watch), da es sich zu einem Multiplem Myelom entwickeln kann.
- solitäres Plasmozytom
- (auch solitäres Myelom); eine seltene Variante des Plasmozytom/Multiplen Myelom,
dass nur an einer einzigen Stelle im Körper auftritt. Für Patienten mit solitärem Plamozytom ist die
Prognose günstiger als mit einem "normale" Plasmozytom. Das solitäre Plamozytom kann sich allerdings
zu einem normalen Plasmozytom/Multiplen Myelom mit verbreitetem Befall des Körpers mit Krebszellen entwickeln.
- Sonographie
- Ultraschalluntersuchung; bildgebendes Verfahren, bei dem energiereiche Schallwellen
durch Gewebe, Blutgefäße oder Knochen in unterschiedlicher Weise
reflektiert werden. Die Untersuchung hat offenbar keine schädigende Wirkung auf den Organismus.
- Splen
- Milz; Organ, das Lymphozyten und andere Blutzellen enthält. Es funktioniert
als Blutfilter und befindet sich auf der linken Bauchseite unterhalb des Zwerchfells
in der Nähe des Magens.
- Splenektomie
- operative Entfernung der Milz
- Splenomegalie
- Vergrößerung der Milz
- Staging
- Einteilung von Tumoren in Stadien nach dem Fortschritt der Erkrankung; es wird
die Größe und Ausbreitung des Tumors in Organen und/oder Lymphknoten ermittelt.
Das Staging wird für die Behandlungsplanung herangezogen und dient der
Vergleichbarkeit von Behandlungsergebnissen. Am meisten verbreitet ist das
TMN-System
und für Lymphome die
Ann-Arbor-Klassifikation
(Stadium I-IV; zusätzlich A und B Symptomatik). Für das Plasmozytom/Multiplen Myelom
und die CLL
gibt es spezielle Klassifiktionen. (das staging ist nicht zu verwechseln mit dem
grading,
der Einteilung der Lymphome nach ihrer Malignität in Gruppen.
- Stammzellen (pluripotente)
- Ursprungszellen (pluripotente Stammzellen), aus denen sich alle spezialisierten
Zellen der Organe entwickeln können aber kein ganzer
benutzt, aus der sich alle Blutzellen: Leukozyten,
Erythrozyten Organismus. Hier
häufig synonym für Blutstammzellen
und Thrombozyten
bilden können.
- Stammzellentnahme, periphere
- Gewinnung von (Blut)-Stammzellen
aus dem zirkulierenden Blut. Die Blutstammzellen werden durch Gabe eines Wachstumsfaktors
(G-CSF)
aus dem Knochenmark
mobilisiert. Dadurch steigt die normalerweise sehr geringe Konzentration von Stammzellen
im Blut stark an. Aus dem Blut werden sie dann mit einem Zellseparator "gesammelt"
und nach Qualitätsuntersuchungen, eventuell auch einer Reinigung von Tumorzellen (purging) für eine
Transplantation
bereitgehalten.
- Stammzelltransplantation
- Bei einer hochdosierten Chemotherapie
und/oder Strahlentherapie werden neben den
reifen Blutzellen auch die Blutstammzellen,
aus denen sie entstehen, zerstört. Der Körper kann also keine
Blutzellen mehr bilden. Deshalb müssen neue Stammzellen zugeführt (transplantiert) werden.
Dieses Verfahren nennt man Stammzelltransplantation. Die Stammzellen können aus dem Blutkreislauf
(sogenannte periphere Blutstammzellen) oder aus dem
Knochenmark isoliert werden.
Sie werden vor der Behandlung vom Patienten selbst (autologe Stammzelltransplantation)
oder von einem passenden Fremdspender gewonnen (allogene Stammzelltransplantation).
- Standardtherapie
- die durch Studien
gesicherte momentan wirksamste Behandlung, die in der Regel angewandt wird und von den
Krankenkassen ohne Sondervereinbarungen bezahlt wird.
- stationär
- im Krankenhaus, mit Übernachtung des Patienten
- Sternalpunktion
- Entnahme von Knochenmark
aus dem Brustbein (Sternum) mit einer speziellen Hohlnadel
- Steroide
- kleine Moleküle,
mit einem chemisch aus mehreren Ringen bestehenden Grundgerüst und verschiedenen Seitenketten.
Zu den Steroiden gehören ua. Hormone wie das Cortison. Bei allogen Transplantierten wird häufig
Cortison zur Unterdrückung
der Immunantwort und somit zur Vermeidung einer GvHD eingesetzt.
- STI571
- (Handelsname u.a.: Glivec, Gleevec); ein das Enzym "ABL-Tyrokinase" spezifisch
hemmendes Medikament; kann bei CML-Patienten und bestimmten
ALL-Patienten
eingesetzt werden, bei denen die Tumorzellen eine überhöhte ABL-Tyrokinase-Aktivität
zeigen. (siehe auch unter
Glivec und
Philadelphia Chromosom)
- Strahlentherapie
- hier: Anwendung energiereicher Strahlen zur Therapie von Tumorerkrankungen;
je nach Art der eingesetzten Strahlen unterscheidet man zwischen Röntgen-,
Telekobalt- und Neutronentherapie. Die Strahlentherapie wird aber auch eingesetzt,
um bei bestimmten Tumoren (z.B. bei Plasmozytomen/Multiplem Myelomen)
typische starke Knochenschmerzen zu reduzieren und um drohende Knochenbrüche zu verhindern.
- Stratifikation
- (Schichtung); hier: Patienten mit gleichen Charakteristika (z.B. Alter, Tumorstadium)
für eine Studie (nächster Beitrag zu Gruppen
zusammenfassen; (zu den Charakteristika siehe auch
IPI-Index)
- Studien
- Allgemeines:

Alle neuen Medikamente und Behandlungsvarianten werden mit wissenschaftlichen Methoden in Studien untersucht.
Somit beruht jede Behandlung eines Patienten auf Ergebnisse vorangegangener Studien oder sie erfolgt
innerhalb einer Studie. Die Teilnahme an Studien ist also grundsätzlich zu befürworten.
Alle klinischen Studien müssen von einer Ethik-Kommission genehmigt werden und werden von dieser kontrolliert.
Auch wenn ein Patient innerhalb einer Studie (Phase III; siehe unten) durch das Zufallsverfahren mit einem bisherigen Standard und nicht mit der
zu prüfenden vermuteten besseren Variante behandelt wird, ist das häufig für den Patienten besser. Denn in Studien
werden die Patienten in der Regel genauer beobachtet, und es werden häufig sonst nicht übliche
Kontrolluntersuchungen durchgeführt.

Ein Patient hat jederzeit das Recht, sein Einverständnis zur Teilnahme an einer Studie zurückzuziehen.

Abfolge von Studien:

Präklinische Prüfungen:
In dieser ersten Phase werden die physikalischen und chemischen Eigenschaften, das Wirkungsprinzip und die Wirkung,
und schließlich gefährliche Nebenwirkungen untersucht. Die Tests erfolgen im Reagenzglas, an Zellkulturen,
Organpräparaten und schließlich im Tierexperiment.
Verlaufen die präklinischen Prüfungen zufriedenstellend. Beobachtet man die gewünschte Wirkung und halten
sich die Nebenwirkungen im Rahmen, folgen die klinischen Studien mit Beteiligung von Patienten.

Phase-I-Studien:
Ohne Vergleichsgruppe wird die neue Substanz an einer kleinen Patientenzahl (maximal ca. 30) auf Toleranz, Toxizität und
Sicherheit der Anwendung getestet. Das Stadium der Erkrankung der Patienten ist dieser relativ gefährlichen
Phase angepasst.

Phase-II-Studien:
Ohne Vergleichsgruppe wird an einer etwas größeren Patientengruppe (max. 200)
das Therapiekonzept überprüft, eine geeignete Therapiedosis ausgetestet.
Positive Effekte auf die Erkrankung sollten zu beobachten sein.

Phase-III-Studien:
Mit einer Vergleichsgruppe, die häufig mit der bisherigen Standardtherapie behandelt wird, wird
die neue Substanz an einer großen Anzahl von Patienten (häufig über 1000) weiter untersucht.
In der Regel wird die Untersuchung an mehreren Kliniken gleichzeitig nach dem gleichen Protokoll
durchgeführt (multizentrische Studie, häufig auch multinational). Durch eine Stratifikation (Auswahl von Patienten mit gleichen
Charakteristika wie Stadium der Erkrankung und Alter) werden die Patienten mit einem Zufallsverfahren (Randomisierung)
auf die einzelnen Gruppen (Studienarme) aufgeteilt.
Eine Phase-III-Studie läuft bei
Tumorbehandlungen über mehrere Jahre, da die Häufigkeit von Rezidiven und möglichen chronischen
Nebenwirkungen erst nach Jahren feststeht.
In dieser Phase werden die Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und die Art, Dauer und Häufigkeit von unerwünschten
Nebenwirkungen mit statischen Methoden quantitativ erfasst.

Sind die Ergebnisse positiv, Ist also die geprüfte Behandlung den bisherigen überlegen wird
die Zulassung beantragt. Nach erfolgter Zulassung erhält das Medikament einen Handelsnamen
(z.B. Wirkstoff: Rituximab, Handelsname: MabThera) und es kann auch außerhalb von
Studien verabreicht werden. Die noch laufenden Studien werden nach der Zulassung IIIb-Studien genannt.
Die Zulassung muss nach 5 Jahren verlängert werden. Eine existierende Zulassung kann jederzeit widerrufen werden.

Phase-IV-Studien:
In dieser Phase werden nur zugelassene Medikamente eingesetzt. Die unter Phase-III genannten Faktoren
werden weiter beobachtet und protokolliert. Wegen der noch größeren Patientenzahlen können
seltene Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Probleme durch zusätzliche andere
Erkrankungen erkannt werden. Der Patientenkreis (z.B. Alter) wird erweitert und es werden Behandlungsvarianten
geprüft (z.B. Optimierung des Behandlungsablaufs: Verkürzung der Erholungsphasen zwischen
den aufeinander folgenden Chemotherapien von 3 auf 2 Wochen).

spezielle Bezeichnungen von Studien:

retrospective Studien:
Werden bei schon behandelten Patienten Unterschiede im Behandlungserfolg oder in auftretenden Nebenwirkungen
vermutet, die mit irgendeiner Eigenschaft der Behandlungen oder der Patienten in Verbindung gebracht werden
können, muss das durch statistische Verfahren bestätigt oder verworfen werden. Ein abgesichertes Ergebnis erhält
man durch folgende prospektive Studien.

prospektive Studien:
Bei einer prospektiven Studie (z.B. Phase-III-Studie) werden die Bedingungen (z.B. Dosis des Medikamentes,
Art der Kontrolluntersuchungen und Auswahlkriterien für die zugelassenen Patienten) vorher festgelegt. Diese Bedingungen werden
in einem Studienprotokoll festgehalten und genau umgesetzt.

Doppelblind-Studien:
Diese Studie ist eine Variante einer prospektiven Studie. Hier werden die ausgewählten Medikamente von
dritten nicht direkt an der Behandlung beteiligten Personen mit einem Code versehen (Medikament 1 u. 2).
Weder die behandelnden Ärzte noch die Patienten wissen, welches von den möglichen Prüfmedikamenten
der einzelne Patient erhält. Dadurch
soll eine Beeinflussung der Erwartungen und der Beurteilung der beiden unterschiedlichen Behandlungen
durch Vorurteile ausgeschlossen werden.

Therapie-Optimierungsstudien
Nach Zulassung in der Phase IV werden eventuell Optimierungen der Behandlungen ausgetestet.
Faktoren können z.B. die Dosis des Medikamentes, Erholungsintervalle, zusätzliche Antiemetika u.s.w. sein.

Zulassungsstudie
Synonym für Phase-III-Studie; die letzte vorgeschriebene Studie vor der Zulassung des Medikments
- Studienarm
- Werden in einer Therapiestudie verschiedene Therapieformen miteinander verglichen,
so nennt man die verschiedenen Gruppen "Studienarme". Die Zuordnung der
Patienten zu den Studienarmen erfolgt nach einer Randomisierung (einem Zufallsverfahren)
(siehe voriger Eintrag: Studien)
- Subkutanes pannikulitisches T-Zell-Lymphom
- REAL/WHO-Klassifikation:
subcutaneous panniculitis-like T-cell lymphoma; Kiel-Klassifikation: keine Entsprechung;
T-Zell Lymphom;
grading: aggressiv/hochmaligne
(siehe Näheres unter grading).
- Supportivtherapie / Supportivmaßnahme
- unterstützende Therapie / Maßnahme; sie hat keinen direkten Einfluss auf den Krankheitsverlauf, sondern
dient dem Wohlbefinden des Patienten. Z.B. die Gabe von
antiemetischen Medikamenten bei der
Chemotherapie.
- Szintigraphie
- Ein bildgebendes Verfahren, bei dem Knochen oder Gewebe zweidimensional dargestellt werden.
Es werden dem Patienten Radionuklide (radioaktive Atome) mit kurzer Halbwertzeit (schnell zerfallend)
verabreicht. Die Strahlung der in den Knochen oder im Gewebe gespeicherten Radionuklide werden dann von einem Scanner
gemessen und durch ein Computerprogramm bildlich dargestellt.
Auch in der Tumordiagnostik können so bestimmte krankhafte Veränderungen erfasst werden.
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| T |
- Taxane
- Zytostatika,
deren Wirkstoffe aus der pazifischen Eibe (Taxus) gewonnen werden.
- TBI
- (Abk. für: total body irradiation; Ganzkörperbestrahlung); sie wird zur
Bekämpfung der bei den Systemerkrankungen (Leukämien und Lymphome) häufig über
große Bereiche des Körpers verteilten Tumorzellen, eingesetzt.
Vor allogenen Stammzell-Transplantationen
wird eventuell eine TBI durchgeführt,
da sich durch die Bestrahlung die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßung des Transplantates verringert.
- Teniposid
- (Handelsname: VM 26-Bristol); Zytostatikum
- Thermographie
- Technik zum Nachweis von Temperatur-Differenzen im Körper. Ungewöhnlich heiße
Stellen können auf Infektionen, Tumore oder andere Erkrankungen hinweisen.
- T-Helfer Zellen
- T-Helfer-Zellen sind an der Regulation der Immunantwort beteiligt. Sie schütten bei Alarm
Zytokine aus und stimulieren
dadurch andere immunkompetente Zellen zu einer Abwehrreaktion.
Sie spielen auch eine wichtige Rolle bei Abstoßungsreaktionen von allogenen Stammzell-Transplantaten (siehe auch GvHD)
- Thioguanin
- (Handelsname: Thioguanin); Zytostatikum
- Thiotepa
- (Handelsname: Thiotepa); Zytostatikum
- Thrombopoetin
- Zu den Zytokinen
gehörender Wachstumsfaktor; er regt die Bildung von Thrombozyten an. (siehe nächster Eintrag)
- Thrombozyten
- Blutplättchen, kernlose "Zellen", deren Hauptaufgabe darin besteht, sich bei Bedarf zusammenzuballen
um kleine Gefäßschädigungen zu "kitten" und Substanzen freizusetzen,
die Blutgerinnungen an den geschädigten Stellen aktivieren und unterhalten.
(Normalwert der Thrombozyten im Blut: 150.000 - 450.000/μl)
- Thrombozytopenie
- Mangel an Thrombozyten (siehe voriger Eintrag)
(Normalwert: 150.000 - 450.000/μl)
- Thrombozytose
- (syn. Thrombozythämie); Anstieg der Thrombozyten (Blutplättchen)
über den Normalwert hinaus (Normalwert: 150.000 - 450.000/μl)
- T-Lymphozyten (T-Zellen)
- Zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehörende, sich in der Thymusdrüse entwickelnde
Zellen (Lymphozyten). Sie sind auf verschiedene Weise an der spezifischen zellulären Immunabwehr
beteiligt. Neben ihren positiven Wirkungen können sie bei einer
allogenen Stammzelltransplantation/Knochenmarktransplantation
eine GvHD
verursachen.
- TMN-System
- dient der Klassifizierung von Tumoren; das System erfasst:
- T = die Ausdehnung des Primärtumors
- N = den möglichen Befall der regionalen Lymphknoten
- M = das Fehlen bzw. Vorhandensein von Fernmetastasen
Durch Hinzufügen von Zahlen zu diesen drei Komponenten
(z.B. T0, T1, T2; N0, N1, N2 usw.) wird der jeweilige Umfang der Erkrankung
angezeigt. Bei Lymphomen wird in der Regel das Ann-Arbor System benutzt.
- Toxoplasmose
- Infektion mit Protozoen (kleinen kernhaltigen Einzellern)
- Translokation (Chromosomentranslokation)
- Ein reziproker Austausch zwischen Chromosomen, in deren Folge möglicherweise ein
Genprodukt
nicht mehr gebildet wird oder in seiner Quantität fehlgesteuert wird.
(siehe auch unter Chromosomen)
- Transplantation
- Übertragung von Gewebe (bei Leukämien und Lymphomen von
Blutstammzellen aus dem Knochenmark, dem Blutkreislauf oder aus der Nabelschnur/Plazenta);
für die Transplantation können eigene Zellen (autologe Transplantation) oder Zellen einer anderen Person
(allogene Transplantation) verwendet werden
- Treosulfan
- (Handelsname: Ovastat); Zytostatikum;
- Trophosphamid
- (Handelsname: Ixoten); Zytostatikum
- Tumor
- (syn. Neoplasma); jede Geschwulst von Körpergewebe, sei sie benigne (gutartig)
oder maligne (bösartig); der Begriff Tumor ist im Unterschied zur Umgangssprache (Tumor = maligner Tumor)
in der Medizin völlig wertneutral.
- Tumormarker
-
- Von den Tumorzellen selbst oder vom Körper als Reaktion auf den Tumor
gebildete Substanzen, deren Vorhandensein oder anormale Konzentration in Körperflüssigkeiten einen Hinweis auf das
Vorliegen eines Tumors liefern kann.
z.B. β-2 Mikroglobulin bei Leukämien, Lymphomen und beim Multiplen Myelom/Plasmozytom oder
Paraproteine
beim Plasmozytom/Multiplen Myelom
- Direkt auf oder in den Tumorzellen zu findende Marker.
z.B. das Philadelphia-Chromosom
bei der
Chronisch myeloischen Leukämie
Das quantitative Erfassen von Tumormarkern ermöglicht auch eine Kontrolle über den Verlauf einer
Erkrankung bzw. über die Wirksamkeit von
Behandlungen.
- T-Zellen
- syn. für T-Lymphozyten
- T-Zell-Lymphome
- (auch: Lymphome der T-Zell-Reihe) Lymphome, deren Zellen bei der mehrstufigen Differenzierung zu reifen
T-Lymphozyten
auf einer dieser Stufen entartet sind und unkontrolliert wachsen. T-Zell-Lymphome,
weil die T-Lymphozyten in der Thymusdrüse (Schilddrüse) heranreifen.
(siehe auch unter
T-Lymphozyten und im Unterschied zu T-Zell-Lymphomen die B-Zell-Lymphome).
Etwa 10% aller Lymphome sind T-Zell-Lymphome.
- T-Zell-Reihe
- Die Gruppe der T-Zell-Lymphome (voriger Eintrag);
es gibt auch eine B-Zell-Reihe
- T-Zell-Leukämie/T-Zell-Lymphom des Erwachsenen (ATL)
- Form einer chronischen Leukämie, die mit der Chronisch Lymphatischen Leukämie
(CLL) verwandt ist. Bei den meisten ATL-Patienten besteht eine deutliche
Lymphknotenvergrößerung und eine hohe Lymphozytenzahl im Blut. Ca. 2/3
der Patienten weisen typische Hautveränderungen auf, die nicht selten mit
kutanen (Haut-) T-Zell-Lymphomen verwechselt werden ( siehe mycosis fungoides). Patienten mit ATL
zeigen manchmal erhöhte Blutserumkalziumwerte, durch die
es zu Schwäche, Lethargie und sogar Verwirrungszuständen kommen kann.
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U
- Umkehrisolation
- (auch: Umkehrisolierung, protektive Isolierung); Schutz abwehrgeschwächter Patienten vor Infektionen von außen;
Sie wird bei stark herabgesetzter körpereigener Infektionsabwehr z.B. nach Hochdosistherapien erforderlich.
Diese Art der Isolation ist eine Umkehrung der Situation, bei der andere Menschen vor einem
z.B. durch eine Tropenkrankheit infizierten Patienten geschützt werden.
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| V |
- Venenkatheter
- ein röhrenförmiger Zugang zu einer Vene für Infusionen. Je nach Position des Katheters
wird er unterschiedlich benannt. Siehe auch ZVK
und Port
- Vincaalkaloide
- (Handelsnamen u.a.: Velbe, Vinblastin, Vincristin, Vindesin, Vinorelbin); aus der Pflanze
"Immergrün" (Vinca) gewonnene Substanzen; Zytostatika
- Vorläuferzellen
- Ein Sammelbegriff für verschiedene Zellen, aus denen sich in mehreren Schritten
durch Differenzierung
ausgereifte, spezialisierte Zellen entwickeln
- Vorläuferzell B-lymphoblastisches Lymphom/Leukämie
- REAL/WHO-Klassifikation:
precursor B-lymphoblastic leukemia/lymphoma; Kiel-Klassifikation:
Lymphoblastisches Lymphom;
B-Zell Lymphom;
grading: aggressiv/hochmaligne
(siehe Näheres unter grading).
Das Vorläuferzell B-lymphoblastische Lymphom verhält sich ähnlich
wie eine Akute lymphatische Leukämie
(ALL) (Eine ALL zeigt relativ zum hier beschriebenen Lymphom eine höhere Konzentration leukämischer Zellen im Blut,
Abgrenzung willkürlich?);
Entsprechend sind die Behandlungen ähnlich (siehe auch unter Akute Lymphatische Leukämie)
- Vorläuferzell T-lymphoblastisches Lymphom/Leukämie
- REAL/WHO-Klassifikation:
Precursor T-lymphoblastic lymphoma/leukemia (T-ALL); Kiel-Klassifikation:
T-lymphoblastisches Lymphom;
T-Zell Lymphom;
grading: aggressiv/hochmaligne
(siehe Näheres unter grading).
Das Vorläuferzell T-lymphoblastische Lymphom verhält sich ähnlich
wie eine Akute lymphatische Leukämie
(ALL) (Eine ALL zeigt relativ zum hier beschriebenen Lymphom eine höhere Konzentration leukämischer Zellen im Blut, Abgrenzung willkürlich?);
Entsprechend sind die Behandlungen ähnlich (siehe auch unter
Akute Lymphatische Leukämie)
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| W |
- Wachstumsfaktoren
- zu den Zytokinen
gehörende spezifisch wirkende, die Zellteilung
bzw. den Gewebeaufbau fördende Substanzen. Sie werden vom Körper produziert,
sind aber auch, gentechnologisch
hergestellt, als Medikament verfügbar (z.B. Neupogen als Granulozyten stimmulierender Faktor
(G-CSF).
- WHO-Klassifikation
- Das 1999 von der WHO akzeptierte Einteilungssystem für Lymphome
(Non-Hodgkin-Lymphome
plus Hodgkin-Lymphome),
dass weitestgehend der
REAL-Klassifikation entspricht. (siehe unter Lymphome maligne
und REAL-Klassifikation)
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| X |
| Y |
| Z |
- Zellklon
- Zellen die aus einer Zelle durch Zellteilungen hervorgegangen sind und deshalb genetisch
(in ihren Erbeigenschaften) identisch sind
- Zellseparation
- Trennung verschiedener Arten von Zellen; z.B. die Abtrennung von Blutstammzellen
von anderen Zellen des Blutes aus der Blutbahn
- Zellseparator
- Maschine (z.B. Zentrifuge), mit der Zellarten getrennt werden können.
Zur Gewinnung von
Blutstammzellen wird z.B. aus einer Armvene Blut
entnommen, die Stammzellen werden abgetrennt und die anderen Blutbestandteile
werden dem Patienten oder Stammzell-Spender über die andere Armvene
kontinuierlich zurück transfundiert. Ist der Blutfluss über die Armvenen für dieses
Verfahren zu gering, wird ein "Zentraler Venenkatheter" am Hals gesetzt, über den dann der
Ab- und Zufluss des Blutes erfolgen kann.
- ZVK
- Abk. für "Zentraler Venenkatheter"; ein zentraler Venenkatheter wird gelegt, wenn ein Zugang
über die Armvenen nicht möglich ist. Er kann einige Tage verbleiben. Wird dieser Katheter länger benötigt,
implantiert man in der Regel einen
Port
- Zyste
- durch eine Gewebskapsel abgeschlossener Hohlraum mit mehr oder weniger
dünnflüssigem Inhalt
- Zytogenetik
- Die Wissenschaft von der Struktur und Funktion der Chromosomen;
Die Chromosomen der Zellen können in ihrer Transportform
(vor der Aufteilung auf die Tochterzellen) mikroskopisch untersucht werden.
Strukturveränderungen und numerische Abweichungen werden
zu veränderten Eigenschaften der Zellen und Individuen in Bezug gesetzt.
In der klassischen Zytogenetik werden die Chromosomen direkt angefärbt.
Im Mikroskop kann man zusätzliche oder fehlende Chromosomen und Chromosomenstücke,
und einen Austausch zwischen Chromosomen (Translokation) feststellen.
In der molekularen Zytogenetik werden die Chromosomen wie in der klassischen
präpariert. Dann werden kurze mit einem Fluoreszenz-Farbstoff versehene
DNA-Stücke
deren Lage auf den Chromosomen bekannt sind zur
Anlagerung an ihr entsprechendes DNA-Stück auf den Chromosomen gebracht ("hybridisiert")
und dann mikroskopisch betrachtet (FISH-Technik; Fluoreszenz in
situ Hybridisierung). So können wesentlich kleinere fehlende, zusätzliche
oder verlagerte Chromosomenabschnitte erkannt werden.
Da Tumorzellen häufig das Wachstum und die Lebensdauer der Zellen beeinflussende Chromosomenveränderungen
zeigen, ist die Zytogenetik eine wichtige diagnostische und prognostische Methode
geworden. (siehe auch unter
Chromosomen)
- Zytokine
- Oberbegriff für körpereigene von verschiedenen Zellen gebildete "Steuer"-Substanzen;
es sind kurzkettige Proteine
(genannt Peptide) und deshalb speziesspezifisch. Sie übernehmen vielfältige regulatorische Funktionen;
u.a. aktivieren sie Zellen und stimulieren ihre Vermehrung und Differenzierung.
Zu ihnen gehören auch Wachstumsfaktoren, die gentechnologisch hergestellt werden
und bei der Chemotherapie
zur schnelleren Erholung des Immunsystems eingesetzt werden. Zytokine werden auch direkt
bei der Krebsbekämpfung eingesetzt (z.B. bestimmte
Interferone).
- Zytologie; zytologische Untersuchung
- Wissenschaft und Lehre vom Bau und der Funktion der Zellen.
- Zytopenie
- Verminderung der Zahl von Zellen im peripheren Blut
- Zytoprotektivum
- Medikament, das die gesunden Zellen vor den schädigenden Einflüssen
einer Chemotherapie bzw.
Strahlentherapie
schützen soll.
- Zytostatika
- (sing. Zytostatikum); in der
Chemotherapie eingesetzte Zellgifte, die eine Teilung und somit eine Vermehrung
von Zellen hemmen und in der Regel das
Absterben der Zellen einleiten. Es können Naturstoffe oder synthetisch
hergestellte Substanzen sein. Die einzelnen Zytostatika greifen in unterschiedliche
lebenswichtige Funktionen einer Zelle ein. Die meisten bewirken eine Fehlfunktion
der Erbsubstanz (DNA).
Für Tumorbekämpfungen sind zwei Charakteristika entscheidend:
1. Zytostatika wirken (von ein oder zwei Ausnahmen abgesehen) nur auf sich
teilende Zellen. Das erklärt warum schnell wachsende (aggressive/hochmaligne) Lymphome (ein relativ hoher Anteil
der Lymphomzellen befindet sich in Teilung) besser auf eine
Therapie ansprechen als langsam wachsende
(indolente/niedrigmaligne) Lymphome.
2. Es gibt keine allein auf Tumorzellen wirkende Zytostatika. Normale sich
teilende Zellen werden ebenfalls geschädigt und viele sterben ab. Deshalb
wird die Blutbildung vorübergehend gehemmt, Schleimhautzellen werden abgestoßen
mit der Folge von Mundschleimhautentzündungen und Durchfällen; Haare fallen
(vorübergehend) aus. Das heißt Zytostatika müssen sorgfältig
dosiert werden (nicht viel hilft viel).
- zytostatisch; zytotoxisch
- zytostatisch = die Vermehrung von Zellen hemmend; zytotoxisch = zellschädigend,
zellzerstörend; in der Praxis ist die Grenze zwischen zytostatischer und
zytotoxischer Wirkung fließend. In der
Chemotherapie benutzte Medikamente werden unabhängig von ihrer genauen Wirkung
Zytostatika (voriger Eintrag) genannt.
- zytotoxische T-Zellen
- Sie erkennen und beseitigen virenbefallene, fehlfunktionierende Zellen und können grundsätzlich
auch Tumorzellen erkennen und deren Bekämpfung einleiten. Leider erkennen sie einige Tumorzellen nicht, die dann zu einem
Tumor heranwachsen können.
Zytotoxische T-Zellen sind auch bei der GvHD
von entscheidender Bedeutung.
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