Die Erklärungen wurden von den Autoren sorgfältig recherchiert und von Frau Dr. med. Birgit Lödige kritisch durchgesehen. Dennoch: Alle Angaben ohne Gewähr !

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Glossar; Leukämien und Lymphome  ABC-Leiste ?

S
Scoring-Systeme
Bei einigen Erkrankungen, speziell mit hoher Variabilität der Schwere der Erkrankung, werden eventuell verschiedene Faktoren zu einem Punktekonto zusammengefasst. Auf Grund solch einer quantitativen Bewertung kann eine genauere Diagnose erstellt werden und eine Einschätzung für den Krankheitsverlauf erlangt werden. Das Scoring kann auch für die Entscheidung zur Wahl einer Therapie genutzt werden.
Beim Myelodysplastischen Syndrom wird zum Beispiel neben der Einordnung zum Krankheitsstadium nach der FAB-Klassifikation auch ein Scoring System für die Zuordnung zu Risikogruppen ("low", "intermediate", "high") genutzt
schwere aplastische Anämie
Blutarmut als Folge eines Versagens der Blutbildung mit einer extremen Verminderung aller Arten von Blutzellen/Blutkörperchen ( Granulozyten, Erythrozyten und Thrombozyten)
sehr aggressive Lymphome
(sehr bösartig, sehr schnell fortschreitend); synonym verwendete Begriffe, die allerdings zumindest einen Teil der aggressiven Lymphome einschließen sind: hochmaligne, von hohem Malignitätsgrad, high grade, high risk);
Einordnung (grading) bestimmter Lymphome in eine Gruppe nach dem unbehandelt zu erwartenden Krankheitsverlauf. Die Erkrankung schreitet sehr schnell, in Wochen fort. Ein je nach Lymphom-Entität und Variante unterschiedlicher Anteil ist heilbar.
(Näheres siehe unter grading; zusätzliche Informationen unter Lymphome und Zytostatika)
Sekundärtumor
Als Sekundärtumor wird eine Metastase aber auch ein wiederauftretender Tumor nach einem Zeitraum, in dem er nicht nachweisbar ist, bezeichnet. Es kommt vor, dass auch ein Zweittumor, ein möglicherweise durch die Behandlungen mitverursachter anderer Tumor) "Sekundärtumor" genannt wird.
Sepsis
Blutvergiftung; das Eindringen von Bakterien oder deren Gifte in die Blutbahn aus einem im Körper vorhandenen Krankheitsherd, der nach einer früheren Infektion verblieben ist. Eine Sepsis kann bei Schwächung des Immunsystems (z.B. durch eine Chemotherapie) auftreten.
seropositiv, seronegativ
Vorhanden sein (seropositiv) bzw. Fehlen (seronegativ) von bestimmten Antikörpern
Smoldering Myelom (SMM) ; kutanes T-Zell Lymphom
(auch Smouldering Myelom); Zwischen der "monoklonalen Gammopathie mit unbestimmter Signifikanz" (MGUS) und dem Plasomozytom/Multiplem Myelom einzuordnende Erkrankung. Das Smoldering Myelom entwickelt sich sehr langsam und zeigt nicht die typischen klinischen Anzeichen des Multiplem Myeloms. Es bedarf keiner Behandlung, muss aber beobachtet werden (wait and watch), da es sich zu einem Multiplem Myelom entwickeln kann.
solitäres Plasmozytom
(auch solitäres Myelom); eine seltene Variante des Plasmozytom/Multiplen Myelom, dass nur an einer einzigen Stelle im Körper auftritt. Für Patienten mit solitärem Plamozytom ist die Prognose günstiger als mit einem "normale" Plasmozytom. Das solitäre Plamozytom kann sich allerdings zu einem normalen Plasmozytom/Multiplen Myelom mit verbreitetem Befall des Körpers mit Krebszellen entwickeln.
Sonographie
Ultraschalluntersuchung; bildgebendes Verfahren, bei dem energiereiche Schallwellen durch Gewebe, Blutgefäße oder Knochen in unterschiedlicher Weise reflektiert werden. Die Untersuchung hat offenbar keine schädigende Wirkung auf den Organismus.
Splen
Milz; Organ, das Lymphozyten und andere Blutzellen enthält. Es funktioniert als Blutfilter und befindet sich auf der linken Bauchseite unterhalb des Zwerchfells in der Nähe des Magens.
Splenektomie
operative Entfernung der Milz
Splenomegalie
Vergrößerung der Milz
Staging
Einteilung von Tumoren in Stadien nach dem Fortschritt der Erkrankung; es wird die Größe und Ausbreitung des Tumors in Organen und/oder Lymphknoten ermittelt. Das Staging wird für die Behandlungsplanung herangezogen und dient der Vergleichbarkeit von Behandlungsergebnissen. Am meisten verbreitet ist das TMN-System und für Lymphome die Ann-Arbor-Klassifikation (Stadium I-IV; zusätzlich A und B Symptomatik). Für das Plasmozytom/Multiplen Myelom und die CLL gibt es spezielle Klassifiktionen. (das staging ist nicht zu verwechseln mit dem grading, der Einteilung der Lymphome nach ihrer Malignität in Gruppen.
Stammzellen (pluripotente)
Ursprungszellen (pluripotente Stammzellen), aus denen sich alle spezialisierten Zellen der Organe entwickeln können aber kein ganzer benutzt, aus der sich alle Blutzellen: Leukozyten, Erythrozyten Organismus. Hier häufig synonym für Blutstammzellen und Thrombozyten bilden können.
Stammzellentnahme, periphere
Gewinnung von (Blut)-Stammzellen aus dem zirkulierenden Blut. Die Blutstammzellen werden durch Gabe eines Wachstumsfaktors (G-CSF) aus dem Knochenmark mobilisiert. Dadurch steigt die normalerweise sehr geringe Konzentration von Stammzellen im Blut stark an. Aus dem Blut werden sie dann mit einem Zellseparator "gesammelt" und nach Qualitätsuntersuchungen, eventuell auch einer Reinigung von Tumorzellen (purging) für eine Transplantation bereitgehalten.
Stammzelltransplantation
Bei einer hochdosierten Chemotherapie und/oder Strahlentherapie werden neben den reifen Blutzellen auch die Blutstammzellen, aus denen sie entstehen, zerstört. Der Körper kann also keine Blutzellen mehr bilden. Deshalb müssen neue Stammzellen zugeführt (transplantiert) werden. Dieses Verfahren nennt man Stammzelltransplantation. Die Stammzellen können aus dem Blutkreislauf (sogenannte periphere Blutstammzellen) oder aus dem Knochenmark isoliert werden. Sie werden vor der Behandlung vom Patienten selbst (autologe Stammzelltransplantation) oder von einem passenden Fremdspender gewonnen (allogene Stammzelltransplantation).
Standardtherapie
die durch Studien gesicherte momentan wirksamste Behandlung, die in der Regel angewandt wird und von den Krankenkassen ohne Sondervereinbarungen bezahlt wird.
stationär
im Krankenhaus, mit Übernachtung des Patienten
Sternalpunktion
Entnahme von Knochenmark aus dem Brustbein (Sternum) mit einer speziellen Hohlnadel
Steroide
kleine Moleküle, mit einem chemisch aus mehreren Ringen bestehenden Grundgerüst und verschiedenen Seitenketten. Zu den Steroiden gehören ua. Hormone wie das Cortison. Bei allogen Transplantierten wird häufig Cortison zur Unterdrückung der Immunantwort und somit zur Vermeidung einer GvHD eingesetzt.
STI571
(Handelsname u.a.: Glivec, Gleevec); ein das Enzym "ABL-Tyrokinase" spezifisch hemmendes Medikament; kann bei CML-Patienten und bestimmten ALL-Patienten eingesetzt werden, bei denen die Tumorzellen eine überhöhte ABL-Tyrokinase-Aktivität zeigen. (siehe auch unter Glivec und Philadelphia Chromosom)
Strahlentherapie
hier: Anwendung energiereicher Strahlen zur Therapie von Tumorerkrankungen; je nach Art der eingesetzten Strahlen unterscheidet man zwischen Röntgen-, Telekobalt- und Neutronentherapie. Die Strahlentherapie wird aber auch eingesetzt, um bei bestimmten Tumoren (z.B. bei Plasmozytomen/Multiplem Myelomen) typische starke Knochenschmerzen zu reduzieren und um drohende Knochenbrüche zu verhindern.
Stratifikation
(Schichtung); hier: Patienten mit gleichen Charakteristika (z.B. Alter, Tumorstadium) für eine Studie (nächster Beitrag zu Gruppen zusammenfassen; (zu den Charakteristika siehe auch IPI-Index)
Studien
Allgemeines:

Alle neuen Medikamente und Behandlungsvarianten werden mit wissenschaftlichen Methoden in Studien untersucht. Somit beruht jede Behandlung eines Patienten auf Ergebnisse vorangegangener Studien oder sie erfolgt innerhalb einer Studie. Die Teilnahme an Studien ist also grundsätzlich zu befürworten.
Alle klinischen Studien müssen von einer Ethik-Kommission genehmigt werden und werden von dieser kontrolliert.
Auch wenn ein Patient innerhalb einer Studie (Phase III; siehe unten) durch das Zufallsverfahren mit einem bisherigen Standard und nicht mit der zu prüfenden vermuteten besseren Variante behandelt wird, ist das häufig für den Patienten besser. Denn in Studien werden die Patienten in der Regel genauer beobachtet, und es werden häufig sonst nicht übliche Kontrolluntersuchungen durchgeführt.

Ein Patient hat jederzeit das Recht, sein Einverständnis zur Teilnahme an einer Studie zurückzuziehen.

Abfolge von Studien:

Präklinische Prüfungen:
In dieser ersten Phase werden die physikalischen und chemischen Eigenschaften, das Wirkungsprinzip und die Wirkung, und schließlich gefährliche Nebenwirkungen untersucht. Die Tests erfolgen im Reagenzglas, an Zellkulturen, Organpräparaten und schließlich im Tierexperiment.
Verlaufen die präklinischen Prüfungen zufriedenstellend. Beobachtet man die gewünschte Wirkung und halten sich die Nebenwirkungen im Rahmen, folgen die klinischen Studien mit Beteiligung von Patienten.

Phase-I-Studien:
Ohne Vergleichsgruppe wird die neue Substanz an einer kleinen Patientenzahl (maximal ca. 30) auf Toleranz, Toxizität und Sicherheit der Anwendung getestet. Das Stadium der Erkrankung der Patienten ist dieser relativ gefährlichen Phase angepasst.

Phase-II-Studien:
Ohne Vergleichsgruppe wird an einer etwas größeren Patientengruppe (max. 200) das Therapiekonzept überprüft, eine geeignete Therapiedosis ausgetestet. Positive Effekte auf die Erkrankung sollten zu beobachten sein.

Phase-III-Studien:
Mit einer Vergleichsgruppe, die häufig mit der bisherigen Standardtherapie behandelt wird, wird die neue Substanz an einer großen Anzahl von Patienten (häufig über 1000) weiter untersucht. In der Regel wird die Untersuchung an mehreren Kliniken gleichzeitig nach dem gleichen Protokoll durchgeführt (multizentrische Studie, häufig auch multinational). Durch eine Stratifikation (Auswahl von Patienten mit gleichen Charakteristika wie Stadium der Erkrankung und Alter) werden die Patienten mit einem Zufallsverfahren (Randomisierung) auf die einzelnen Gruppen (Studienarme) aufgeteilt. Eine Phase-III-Studie läuft bei Tumorbehandlungen über mehrere Jahre, da die Häufigkeit von Rezidiven und möglichen chronischen Nebenwirkungen erst nach Jahren feststeht.
In dieser Phase werden die Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und die Art, Dauer und Häufigkeit von unerwünschten Nebenwirkungen mit statischen Methoden quantitativ erfasst.

Sind die Ergebnisse positiv, Ist also die geprüfte Behandlung den bisherigen überlegen wird die Zulassung beantragt. Nach erfolgter Zulassung erhält das Medikament einen Handelsnamen (z.B. Wirkstoff: Rituximab, Handelsname: MabThera) und es kann auch außerhalb von Studien verabreicht werden. Die noch laufenden Studien werden nach der Zulassung IIIb-Studien genannt.
Die Zulassung muss nach 5 Jahren verlängert werden. Eine existierende Zulassung kann jederzeit widerrufen werden.

Phase-IV-Studien:
In dieser Phase werden nur zugelassene Medikamente eingesetzt. Die unter Phase-III genannten Faktoren werden weiter beobachtet und protokolliert. Wegen der noch größeren Patientenzahlen können seltene Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Probleme durch zusätzliche andere Erkrankungen erkannt werden. Der Patientenkreis (z.B. Alter) wird erweitert und es werden Behandlungsvarianten geprüft (z.B. Optimierung des Behandlungsablaufs: Verkürzung der Erholungsphasen zwischen den aufeinander folgenden Chemotherapien von 3 auf 2 Wochen).

spezielle Bezeichnungen von Studien:

retrospective Studien:
Werden bei schon behandelten Patienten Unterschiede im Behandlungserfolg oder in auftretenden Nebenwirkungen vermutet, die mit irgendeiner Eigenschaft der Behandlungen oder der Patienten in Verbindung gebracht werden können, muss das durch statistische Verfahren bestätigt oder verworfen werden. Ein abgesichertes Ergebnis erhält man durch folgende prospektive Studien.

prospektive Studien:
Bei einer prospektiven Studie (z.B. Phase-III-Studie) werden die Bedingungen (z.B. Dosis des Medikamentes, Art der Kontrolluntersuchungen und Auswahlkriterien für die zugelassenen Patienten) vorher festgelegt. Diese Bedingungen werden in einem Studienprotokoll festgehalten und genau umgesetzt.

Doppelblind-Studien:
Diese Studie ist eine Variante einer prospektiven Studie. Hier werden die ausgewählten Medikamente von dritten nicht direkt an der Behandlung beteiligten Personen mit einem Code versehen (Medikament 1 u. 2).
Weder die behandelnden Ärzte noch die Patienten wissen, welches von den möglichen Prüfmedikamenten der einzelne Patient erhält. Dadurch soll eine Beeinflussung der Erwartungen und der Beurteilung der beiden unterschiedlichen Behandlungen durch Vorurteile ausgeschlossen werden.

Therapie-Optimierungsstudien
Nach Zulassung in der Phase IV werden eventuell Optimierungen der Behandlungen ausgetestet. Faktoren können z.B. die Dosis des Medikamentes, Erholungsintervalle, zusätzliche Antiemetika u.s.w. sein.

Zulassungsstudie
Synonym für Phase-III-Studie; die letzte vorgeschriebene Studie vor der Zulassung des Medikments
Studienarm
Werden in einer Therapiestudie verschiedene Therapieformen miteinander verglichen, so nennt man die verschiedenen Gruppen "Studienarme". Die Zuordnung der Patienten zu den Studienarmen erfolgt nach einer Randomisierung (einem Zufallsverfahren) (siehe voriger Eintrag: Studien)
Subkutanes pannikulitisches T-Zell-Lymphom
REAL/WHO-Klassifikation: subcutaneous panniculitis-like T-cell lymphoma; Kiel-Klassifikation: keine Entsprechung;
T-Zell Lymphom; grading: aggressiv/hochmaligne (siehe Näheres unter grading).
Supportivtherapie / Supportivmaßnahme
unterstützende Therapie / Maßnahme; sie hat keinen direkten Einfluss auf den Krankheitsverlauf, sondern dient dem Wohlbefinden des Patienten. Z.B. die Gabe von antiemetischen Medikamenten bei der Chemotherapie.
Szintigraphie
Ein bildgebendes Verfahren, bei dem Knochen oder Gewebe zweidimensional dargestellt werden. Es werden dem Patienten Radionuklide (radioaktive Atome) mit kurzer Halbwertzeit (schnell zerfallend) verabreicht. Die Strahlung der in den Knochen oder im Gewebe gespeicherten Radionuklide werden dann von einem Scanner gemessen und durch ein Computerprogramm bildlich dargestellt.
Auch in der Tumordiagnostik können so bestimmte krankhafte Veränderungen erfasst werden.
T
Taxane
Zytostatika, deren Wirkstoffe aus der pazifischen Eibe (Taxus) gewonnen werden.
TBI
(Abk. für: total body irradiation; Ganzkörperbestrahlung); sie wird zur Bekämpfung der bei den Systemerkrankungen (Leukämien und Lymphome) häufig über große Bereiche des Körpers verteilten Tumorzellen, eingesetzt.
Vor allogenen Stammzell-Transplantationen wird eventuell eine TBI durchgeführt, da sich durch die Bestrahlung die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßung des Transplantates verringert.
Teniposid
(Handelsname: VM 26-Bristol); Zytostatikum
Thermographie
Technik zum Nachweis von Temperatur-Differenzen im Körper. Ungewöhnlich heiße Stellen können auf Infektionen, Tumore oder andere Erkrankungen hinweisen.
T-Helfer Zellen
T-Helfer-Zellen sind an der Regulation der Immunantwort beteiligt. Sie schütten bei Alarm Zytokine aus und stimulieren dadurch andere immunkompetente Zellen zu einer Abwehrreaktion.
Sie spielen auch eine wichtige Rolle bei Abstoßungsreaktionen von allogenen Stammzell-Transplantaten (siehe auch GvHD)
Thioguanin
(Handelsname: Thioguanin); Zytostatikum
Thiotepa
(Handelsname: Thiotepa); Zytostatikum
Thrombopoetin
Zu den Zytokinen gehörender Wachstumsfaktor; er regt die Bildung von Thrombozyten an. (siehe nächster Eintrag)
Thrombozyten
Blutplättchen, kernlose "Zellen", deren Hauptaufgabe darin besteht, sich bei Bedarf zusammenzuballen um kleine Gefäßschädigungen zu "kitten" und Substanzen freizusetzen, die Blutgerinnungen an den geschädigten Stellen aktivieren und unterhalten.
(Normalwert der Thrombozyten im Blut: 150.000 - 450.000/μl)
Thrombozytopenie
Mangel an Thrombozyten (siehe voriger Eintrag)
(Normalwert: 150.000 - 450.000/μl)
Thrombozytose
(syn. Thrombozythämie); Anstieg der Thrombozyten (Blutplättchen) über den Normalwert hinaus (Normalwert: 150.000 - 450.000/μl)
T-Lymphozyten (T-Zellen)
Zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehörende, sich in der Thymusdrüse entwickelnde Zellen (Lymphozyten). Sie sind auf verschiedene Weise an der spezifischen zellulären Immunabwehr beteiligt. Neben ihren positiven Wirkungen können sie bei einer allogenen Stammzelltransplantation/Knochenmarktransplantation eine GvHD verursachen.
TMN-System
dient der Klassifizierung von Tumoren; das System erfasst:
  • T = die Ausdehnung des Primärtumors
  • N = den möglichen Befall der regionalen Lymphknoten
  • M = das Fehlen bzw. Vorhandensein von Fernmetastasen
Durch Hinzufügen von Zahlen zu diesen drei Komponenten (z.B. T0, T1, T2; N0, N1, N2 usw.) wird der jeweilige Umfang der Erkrankung angezeigt. Bei Lymphomen wird in der Regel das Ann-Arbor System benutzt.
Toxoplasmose
Infektion mit Protozoen (kleinen kernhaltigen Einzellern)
Translokation (Chromosomentranslokation)
Ein reziproker Austausch zwischen Chromosomen, in deren Folge möglicherweise ein Genprodukt nicht mehr gebildet wird oder in seiner Quantität fehlgesteuert wird. (siehe auch unter Chromosomen)
Transplantation
Übertragung von Gewebe (bei Leukämien und Lymphomen von Blutstammzellen aus dem Knochenmark, dem Blutkreislauf oder aus der Nabelschnur/Plazenta); für die Transplantation können eigene Zellen (autologe Transplantation) oder Zellen einer anderen Person (allogene Transplantation) verwendet werden
Treosulfan
(Handelsname: Ovastat); Zytostatikum;
Trophosphamid
(Handelsname: Ixoten); Zytostatikum
Tumor
(syn. Neoplasma); jede Geschwulst von Körpergewebe, sei sie benigne (gutartig) oder maligne (bösartig); der Begriff Tumor ist im Unterschied zur Umgangssprache (Tumor = maligner Tumor) in der Medizin völlig wertneutral.
Tumormarker
  • Von den Tumorzellen selbst oder vom Körper als Reaktion auf den Tumor gebildete Substanzen, deren Vorhandensein oder anormale Konzentration in Körperflüssigkeiten einen Hinweis auf das Vorliegen eines Tumors liefern kann.
    z.B. β-2 Mikroglobulin bei Leukämien, Lymphomen und beim Multiplen Myelom/Plasmozytom oder Paraproteine beim Plasmozytom/Multiplen Myelom
  • Direkt auf oder in den Tumorzellen zu findende Marker.
    z.B. das Philadelphia-Chromosom bei der Chronisch myeloischen Leukämie
Das quantitative Erfassen von Tumormarkern ermöglicht auch eine Kontrolle über den Verlauf einer Erkrankung bzw. über die Wirksamkeit von Behandlungen.
T-Zellen
syn. für T-Lymphozyten
T-Zell-Lymphome
(auch: Lymphome der T-Zell-Reihe) Lymphome, deren Zellen bei der mehrstufigen Differenzierung zu reifen T-Lymphozyten auf einer dieser Stufen entartet sind und unkontrolliert wachsen. T-Zell-Lymphome, weil die T-Lymphozyten in der Thymusdrüse (Schilddrüse) heranreifen. (siehe auch unter T-Lymphozyten und im Unterschied zu T-Zell-Lymphomen die B-Zell-Lymphome). Etwa 10% aller Lymphome sind T-Zell-Lymphome.
T-Zell-Reihe
Die Gruppe der T-Zell-Lymphome (voriger Eintrag); es gibt auch eine B-Zell-Reihe
T-Zell-Leukämie/T-Zell-Lymphom des Erwachsenen (ATL)
Form einer chronischen Leukämie, die mit der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL) verwandt ist. Bei den meisten ATL-Patienten besteht eine deutliche Lymphknotenvergrößerung und eine hohe Lymphozytenzahl im Blut. Ca. 2/3 der Patienten weisen typische Hautveränderungen auf, die nicht selten mit kutanen (Haut-) T-Zell-Lymphomen verwechselt werden ( siehe mycosis fungoides). Patienten mit ATL zeigen manchmal erhöhte Blutserumkalziumwerte, durch die es zu Schwäche, Lethargie und sogar Verwirrungszuständen kommen kann.
U
Umkehrisolation
(auch: Umkehrisolierung, protektive Isolierung); Schutz abwehrgeschwächter Patienten vor Infektionen von außen; Sie wird bei stark herabgesetzter körpereigener Infektionsabwehr z.B. nach Hochdosistherapien erforderlich.
Diese Art der Isolation ist eine Umkehrung der Situation, bei der andere Menschen vor einem z.B. durch eine Tropenkrankheit infizierten Patienten geschützt werden.
V
Venenkatheter
ein röhrenförmiger Zugang zu einer Vene für Infusionen. Je nach Position des Katheters wird er unterschiedlich benannt. Siehe auch ZVK und Port
Vincaalkaloide
(Handelsnamen u.a.: Velbe, Vinblastin, Vincristin, Vindesin, Vinorelbin); aus der Pflanze "Immergrün" (Vinca) gewonnene Substanzen; Zytostatika
Vorläuferzellen
Ein Sammelbegriff für verschiedene Zellen, aus denen sich in mehreren Schritten durch Differenzierung ausgereifte, spezialisierte Zellen entwickeln
Vorläuferzell B-lymphoblastisches Lymphom/Leukämie
REAL/WHO-Klassifikation: precursor B-lymphoblastic leukemia/lymphoma; Kiel-Klassifikation: Lymphoblastisches Lymphom;
B-Zell Lymphom; grading: aggressiv/hochmaligne (siehe Näheres unter grading).
Das Vorläuferzell B-lymphoblastische Lymphom verhält sich ähnlich wie eine Akute lymphatische Leukämie (ALL) (Eine ALL zeigt relativ zum hier beschriebenen Lymphom eine höhere Konzentration leukämischer Zellen im Blut, Abgrenzung willkürlich?); Entsprechend sind die Behandlungen ähnlich (siehe auch unter Akute Lymphatische Leukämie)
Vorläuferzell T-lymphoblastisches Lymphom/Leukämie
REAL/WHO-Klassifikation: Precursor T-lymphoblastic lymphoma/leukemia (T-ALL); Kiel-Klassifikation: T-lymphoblastisches Lymphom;
T-Zell Lymphom; grading: aggressiv/hochmaligne (siehe Näheres unter grading).
Das Vorläuferzell T-lymphoblastische Lymphom verhält sich ähnlich wie eine Akute lymphatische Leukämie (ALL) (Eine ALL zeigt relativ zum hier beschriebenen Lymphom eine höhere Konzentration leukämischer Zellen im Blut, Abgrenzung willkürlich?); Entsprechend sind die Behandlungen ähnlich (siehe auch unter Akute Lymphatische Leukämie)
W
Wachstumsfaktoren
zu den Zytokinen gehörende spezifisch wirkende, die Zellteilung bzw. den Gewebeaufbau fördende Substanzen. Sie werden vom Körper produziert, sind aber auch, gentechnologisch hergestellt, als Medikament verfügbar (z.B. Neupogen als Granulozyten stimmulierender Faktor (G-CSF).
WHO-Klassifikation
Das 1999 von der WHO akzeptierte Einteilungssystem für Lymphome (Non-Hodgkin-Lymphome plus Hodgkin-Lymphome), dass weitestgehend der REAL-Klassifikation entspricht. (siehe unter Lymphome maligne und REAL-Klassifikation)
X
Y
Z
Zellklon
Zellen die aus einer Zelle durch Zellteilungen hervorgegangen sind und deshalb genetisch (in ihren Erbeigenschaften) identisch sind
Zellseparation
Trennung verschiedener Arten von Zellen; z.B. die Abtrennung von Blutstammzellen von anderen Zellen des Blutes aus der Blutbahn
Zellseparator
Maschine (z.B. Zentrifuge), mit der Zellarten getrennt werden können. Zur Gewinnung von Blutstammzellen wird z.B. aus einer Armvene Blut entnommen, die Stammzellen werden abgetrennt und die anderen Blutbestandteile werden dem Patienten oder Stammzell-Spender über die andere Armvene kontinuierlich zurück transfundiert. Ist der Blutfluss über die Armvenen für dieses Verfahren zu gering, wird ein "Zentraler Venenkatheter" am Hals gesetzt, über den dann der Ab- und Zufluss des Blutes erfolgen kann.
ZVK
Abk. für "Zentraler Venenkatheter"; ein zentraler Venenkatheter wird gelegt, wenn ein Zugang über die Armvenen nicht möglich ist. Er kann einige Tage verbleiben. Wird dieser Katheter länger benötigt, implantiert man in der Regel einen Port
Zyste
durch eine Gewebskapsel abgeschlossener Hohlraum mit mehr oder weniger dünnflüssigem Inhalt
Zytogenetik
Die Wissenschaft von der Struktur und Funktion der Chromosomen; Die Chromosomen der Zellen können in ihrer Transportform (vor der Aufteilung auf die Tochterzellen) mikroskopisch untersucht werden. Strukturveränderungen und numerische Abweichungen werden zu veränderten Eigenschaften der Zellen und Individuen in Bezug gesetzt.
In der klassischen Zytogenetik werden die Chromosomen direkt angefärbt. Im Mikroskop kann man zusätzliche oder fehlende Chromosomen und Chromosomenstücke, und einen Austausch zwischen Chromosomen (Translokation) feststellen.
In der molekularen Zytogenetik werden die Chromosomen wie in der klassischen präpariert. Dann werden kurze mit einem Fluoreszenz-Farbstoff versehene DNA-Stücke deren Lage auf den Chromosomen bekannt sind zur Anlagerung an ihr entsprechendes DNA-Stück auf den Chromosomen gebracht ("hybridisiert") und dann mikroskopisch betrachtet (FISH-Technik; Fluoreszenz in situ Hybridisierung). So können wesentlich kleinere fehlende, zusätzliche oder verlagerte Chromosomenabschnitte erkannt werden.
Da Tumorzellen häufig das Wachstum und die Lebensdauer der Zellen beeinflussende Chromosomenveränderungen zeigen, ist die Zytogenetik eine wichtige diagnostische und prognostische Methode geworden. (siehe auch unter Chromosomen)
Zytokine
Oberbegriff für körpereigene von verschiedenen Zellen gebildete "Steuer"-Substanzen; es sind kurzkettige Proteine (genannt Peptide) und deshalb speziesspezifisch. Sie übernehmen vielfältige regulatorische Funktionen; u.a. aktivieren sie Zellen und stimulieren ihre Vermehrung und Differenzierung. Zu ihnen gehören auch Wachstumsfaktoren, die gentechnologisch hergestellt werden und bei der Chemotherapie zur schnelleren Erholung des Immunsystems eingesetzt werden. Zytokine werden auch direkt bei der Krebsbekämpfung eingesetzt (z.B. bestimmte Interferone).
Zytologie; zytologische Untersuchung
Wissenschaft und Lehre vom Bau und der Funktion der Zellen.
Zytopenie
Verminderung der Zahl von Zellen im peripheren Blut
Zytoprotektivum
Medikament, das die gesunden Zellen vor den schädigenden Einflüssen einer Chemotherapie bzw. Strahlentherapie schützen soll.
Zytostatika
(sing. Zytostatikum); in der Chemotherapie eingesetzte Zellgifte, die eine Teilung und somit eine Vermehrung von Zellen hemmen und in der Regel das Absterben der Zellen einleiten. Es können Naturstoffe oder synthetisch hergestellte Substanzen sein. Die einzelnen Zytostatika greifen in unterschiedliche lebenswichtige Funktionen einer Zelle ein. Die meisten bewirken eine Fehlfunktion der Erbsubstanz (DNA).
Für Tumorbekämpfungen sind zwei Charakteristika entscheidend:
1. Zytostatika wirken (von ein oder zwei Ausnahmen abgesehen) nur auf sich teilende Zellen. Das erklärt warum schnell wachsende (aggressive/hochmaligne) Lymphome (ein relativ hoher Anteil der Lymphomzellen befindet sich in Teilung) besser auf eine Therapie ansprechen als langsam wachsende (indolente/niedrigmaligne) Lymphome.
2. Es gibt keine allein auf Tumorzellen wirkende Zytostatika. Normale sich teilende Zellen werden ebenfalls geschädigt und viele sterben ab. Deshalb wird die Blutbildung vorübergehend gehemmt, Schleimhautzellen werden abgestoßen mit der Folge von Mundschleimhautentzündungen und Durchfällen; Haare fallen (vorübergehend) aus. Das heißt Zytostatika müssen sorgfältig dosiert werden (nicht viel hilft viel).
zytostatisch; zytotoxisch
zytostatisch = die Vermehrung von Zellen hemmend; zytotoxisch = zellschädigend, zellzerstörend; in der Praxis ist die Grenze zwischen zytostatischer und zytotoxischer Wirkung fließend. In der Chemotherapie benutzte Medikamente werden unabhängig von ihrer genauen Wirkung Zytostatika (voriger Eintrag) genannt.
zytotoxische T-Zellen
Sie erkennen und beseitigen virenbefallene, fehlfunktionierende Zellen und können grundsätzlich auch Tumorzellen erkennen und deren Bekämpfung einleiten. Leider erkennen sie einige Tumorzellen nicht, die dann zu einem Tumor heranwachsen können.
Zytotoxische T-Zellen sind auch bei der GvHD von entscheidender Bedeutung.

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