| D |
- Diagnostik
- Sammelbegriff für alle Untersuchungen, die zur Erkennung und Benennung einer Krankheit führen.
- Differentialblutbild
- (syn. Hämogramm) Die prozentuale Zusammensetzung der verschiedenen Arten von
Leukozyten
(weißer Blutkörperchen)
- Differentialdiagnose
- Aufgetretene Symptome, Beschwerden des Patienten, können auf verschiedene mögliche Erkrankungen hinweisen.
Durch eine Differentialdiagnose mit Hilfe geeigneter zusätzlicher Untersuchungsmethoden soll
eine Reihe von möglichen Erkrankungen ausgeschlossen werden und die tatsächlich
vorliegende Erkrankung gefunden werden.
- Differenzierung
- Aus der befruchteten Eizelle entstehen durch aufeinanderfolgende Zellteilungen über viele Zwischenstufen
schließlich alle spezialisierten Zellen und Gewebe des Körpers wie Haut, Blutgefässe, Milz usw.;
so auch aus Blutstammzellen
Leukozyten,
Erythrozyten
und Thrombozyten
Diese Spezialisierungen nennt man Differenzierung. Die Differenzierung ist ein nach einem erblichen Muster
ablaufender Vorgang, bei dem in einem hochkomplexen Programm viele verschiedene
Gene an- und wieder abgestellt werden bis schließlich das Muster aktiver und inaktiver
Gene
der spezialisierten Zelle etabliert ist;
- Diffuses großzelliges B-Zell Lymphom
- REAL/WHO-Klassifikation:
diffuse large cell Lymphoma;
Kiel-Klassifikation:
Zentroblastisches Lymphom und
B-immunoblastisches Lymphom und B-großzellig-anaplastisches Lymphom;
B-Zell Lymphom; grading:
aggressiv / hochmaligne
(siehe Näheres unter grading).
Ca. 20% der Fälle zeigen eine
Chromosomentranslokation t(14;18),
die eine Überproduktion des BCL-2 Gens und damit die Hemmung des programmierten
Zelltodes bewirkt. Diese 20% haben sich offenbar aus Follikulären Lymphomen entwickelt.
- DNA; DNS
- (Abk. für Englisch: Deoxyribonucleic acid; Deutsch: Desoxyribonucleinsäure)
Chemische Bezeichnung des fadenförmigen Moleküls
, in dem die Erbinformation durch eine spezifische
Folge der vier Bausteine Adenosin, Cytidin, Guanosin und Thymidin (A,C,G,T) quasi als Schrift
mit vier Buchstaben gespeichert ist.
Auf der DNA sind die einzelnen Gene, die die Baupläne für alle verschiedenen
Proteine enthalten,
perlschnurartig "aufgereiht". Die Gesamt-DNA des Zellkerns besteht aus mehreren getrennten Molekülfäden,
den Chromosomen.
Die DNA eines Chromosoms liegt nicht als "nackter" chaotisch wirrer Haufen im Zellkern vor,
sondern bildet mit speziellen kleinen Proteinen (Histonen) geordnete Strukturen. Siehe auch unter
Gene und
Genregulation.
- Doppelblind-Studie
- Eine Studie, bei der weder Arzt noch Patient wissen, welches von zwei
möglichen Prüfmedikamenten der Patient erhält. Dadurch soll eine
Beeinflussung der Beurteilung der beiden unterschiedlichen Behandlungen durch Vorurteile
ausgeschlossen werden.
(Siehe auch die ausführlichen Erklärungen unter Studien
- Dosis
- Menge pro Gewicht oder Volumen
- Dyspnoe
- Atemnot;
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| E |
- Elektrophorese
- Lässt man ein Proteingemisch (Eiweißgemisch) z.B. das Blutserum in einem
elektrischen Feld auf einem Trägermaterial wandern, werden die Proteine nach
Größe und elektrischer Ladung aufgetrennt. Es entsteht (durch Anfärbung sichtbar) ein typisches
Bänder-Muster oder bei einer Dichtemessung ein Spitzen-Muster aus dem man die Menge und
die Art der vorhandenen Proteine erschließen kann.
- Endoxan
- (Wirkstoff: Cyclophosphamid); Zytostatikum;
- Engraftment
- Anwachsen eines Transplantates; hier: das Ansiedeln der Blutstammzellen im Knochenmark;
- Entität
- hier: eine eigenständige in ihrer Entstehung und ihrem Verlauf von ähnlichen Erkrankungen
unterscheidbare Erkrankung; z.B. das Mantellzelllymphom, oder die CLL innerhalb der Lymphome;
- Enzyme
- globuläre Proteine (knäulchenförmige Eiweiße), die biochemische Umwandlungen von Stoffen erleichtern und
dadurch beschleunigen und in die gewünschte Richtung ablaufen lassen ohne, dass sie dabei selbst verändert werden.
- EORTC-Klassifikation
- (European Organisation for Research and Treatment of Cancer);
eine Klassifikation kutaner Lymphome, die neben der REAL-Klassifikation bzw.
WHO-Klassifikation
der Lymphome weiter benutzt wird.
- Eosinophile Granulozyten
- eine Untergruppe der Leukozyten (weißen Blutkörperchen); sie nehmen Bakterien und Gewebereste auf
und vernichten sie und dämpfen allergische Reaktionen.
- Epirubicin
- (Handelsname: Farmorubicin); Zytostatikum;
- Epstein-Barr-Virus (EBV)
- (nach den Entdeckern des Virus benannt) EBV-Infektionen werden in ursächlichen Zusammenhang mit der Entwicklung
von Burkitt-Lymphomen gebracht.
- Erhaltungstherapie
- chemotherapeutische Behandlung zur Stabilisierung einer erreichten Remission.
- Erstlinientherapie / Erstlinien-Therapie
- Die Therapie, die nach der Diagnosestellung in der Regel als erstes zur Bekämpfung des Tumors
angewandt wird.
- Erythropoietin (Epo)
- Erythrozyten
(rote Blutkörperchen) werden nach 100-120 Tagen abgebaut;
sie müssen deshalb ständig neu gebildet werden.
Ihre Bildung wird durch das körpereigene Wachstumshormon Erythropoietin gesteuert.
Es wird heute gentechnologisch
hergestellt und ist als Medikament verfügbar.
- Erythrozyten
- rote Blutkörperchen; mit Hilfe ihres Hämoglobins
transportieren sie Sauerstoff und Kohlendioxyd.
Normalwert bei Frauen 3,5-5,0 x 106/ml Blut und bei Männern 4,3-5,9 x 106/ml Blut.
Aus statistischen Gründen sind leichte Abweichungen nach oben oder unten beim Normalwert bei einzelnen
Patienten möglich.
- Essentielle Thrombozythämie (ET)
- Die Erkrankung gehört zu den myeloproliferativen Syndromen
. Sie entwickelt sich aus einem
Klon einer
Stammzelle.
Kennzeichnend ist die stark erhöhte
Produktion von Thrombozyten
(Blutplättchen), zusätzliche
Erhöhung der Leukozyten- und
Erythrozyten-Zahlen kommt vor.
- Etoposid
- (Handelsname: Vepesid; Abk. VP-16); Zytostatikum;
- Extramedulläres Myelom/Plasmozytom
- (medulla lat. das Mark); Plasmozytom,
dass nicht im Knochenmark oder
in den Knochen sondern in Weichteilen des Körpers entsteht. Es kann sich auf das Knochenmark ausdehnen.
(siehe auch unter Plasmozytom)
- Extranodales NK/T-Zell Lymphom
- (nodus lat. der Knoten; hier Lymphknoten);
REAL/WHO-Klassifikation: extranodal NK/T cell
lymphoma, nasal and nasal-type; Kiel-Klassifikation
: keine Entsprechung;
T-Zell-
bzw. NK-Zell;-Lymphom
grading: aggressiv / hochmaligne
(siehe Näheres unter grading).
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| F |
- FAB-Klassifikation
- (Abk. für French-American-British cooperative group);
eine Klassifikationen für akute Leukämien (ALL und AML) und
Myelodyplastische Syndrome (MDS)
nach morphologischen Kriterien

FAB-Klassifikation Myelodyplastische Syndrome:
| • |
RA (refraktäre Anämie): dies ist ein frühes Stadium des MDS. Die Menge an Blasten
(sehr unreife weiße Blutzellen) liegt im Normbereich. |
| • |
RARS (refraktäre Anämie mit Ringsidroblasten): wie RA, es finden sich jedoch
Ringsideroblasten (bestimmte Vorläuferzellen der Erythrozyten mit ringförmig um den Kern angeordneten
Ferritinhaltigen Körnchen) |
| • |
RAEB: RA mit Blastenvermehrung |
| • |
RAEB-T: RAEB in Transformation (Vorstufe zur Akuten Myeloischen Leukämie, kurz AML) |
| • |
CMML: Die Chronische Myelomonozytäre Leukämie (CMML) entspricht der RAEB, hierbei treten
allerdings zusätzlich Monozyten auf) |
Siehe auch Scoring-System für MDS
- Fatigue Syndrom
- (fr. Ermüdung); Ausgeprägte, durch Schlaf und Erholung nicht überwindbare
Mattigkeit und Erschöpfung krebskranker Menschen, unter der ein merklicher Anteil
der Patienten auch noch Jahre nach Abschluss der Behandlungen und "Überwindung"
der Erkrankung leidet.
- FCM
- Eine in der Polychemotherapie
eingesetzte gleichzeitig verabreichte Kombination
aus den Zytostatika:
Fludarabin, Cyclophospamid und Mitoxantron.
- Fibroblasten
- Zellen des Bindegewebes
- Fibrose
- krankhafte Bindegewebsvermehrung in Organen
- FISH-Technik
- (Fluoreszenz in situ Hybidisierung)
Eine spezielle Technik zur Untersuchung von Chromosomen und ihren Strukturveränderungen.
Analysen mit der Fish-Technik sind einfacher und feiner als die vorher üblichen Verfahren. Hierzu lässt man
verschiedenfarbig fluoreszierende Substanzen, die sich an spezifische Stellen der Chromosomen binden,
auf ein Chromosomenpräparat einwirken und kann dann im Lichtmikroskop das entstandene Farbmuster betrachten.
Man kann so feststellen ob ein entsprechender Abschnitt eines Chromosoms vorhanden ist und wo er sich
relativ zu anderen Abschnitten befindet und ob Translokationen zwischen verschiedenen
Chromosomen erfolgt sind.
- Fludarabin
- (Handelsname z.B. Fludara); Zytostatikum
- Follikuläres Lymphom
- (syn.: Follikuläres Keimzentrums-Lymphom; Follikelzentrums Lymphom);
REAL/WHO-Klassifikation:
Follicle center cell lymphoma, follicular; Grad I, II und III;
Kiel-Klassifikation:
zentroblastisch/zentrozytisches Lymphom;
B-Zell-Lymphom;
grading: Grad I und II indolent / niedrigmaligne
Grad III aggressiv/"niedrigmaligne" (In der Kiel-Klassifikation wird nicht
zwischen den einzelnen Graden unterschieden. Dort wird das zentroblastisch/zentrozytische Lymphom
insgesamt als niedrigmaligne eingestuft. Zum grading siehe Näheres unter grading).
In den meisten Fällen liegt eine
Chromosomentranslokation t(14;18)
vor, die eine Überproduktion der BCL-2 Gen-Produkte
und damit die Hemmung des programmierten
Zelltodes bewirkt.
- Fluoruracil; 5-Fluoruracil (5-FU)
- Fluoruracil wird im Körper zu Fluoruridin umgewandelt und wirkt so als
Antimetabolit zu
dem DNA-Baustein Thymidin (siehe unter DNA).
Das heißt, ein Enzym,
welches normalerweise
Thymidin erkennt "verwechselt" Fluoruridin mit Thymidin. Es kann aber kein Fluoruridin umsetzen und blockiert
sich somit selbst. Als Folge fehlen Thymidin-Bausteine für die DNA-Verdoppelung, eine Voraussetzung für
Zellteilungen (hier Tumorwachstum) Fluoruracil ist also ein Zytostatikum.
Es gibt eine Reihe von Zytostatika die ähnlich wirken.
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| G |
- Ganciclovir
- (Handelsname: Cymeven); antivirales Medikament gegen Cytomegalievirus-Infektionen
- G-CSF
- (Abkürzung für granulocyte-Colony Stimulation Factor/
Granulozyten-koloniestimulierender Faktor); die Bezeichnung "koloniestimulierend"
stammt aus einer historischen Versuchsanordnung. Ein zu den Zytokinen gehörender
Wachstumsfaktor, der das Granulozyten-Wachstum stimuliert und Blutstammzellen
mobilisiert. Das gentechnologisch
hergestellte Medikament (Handelsname: Neupogen)
verkürzt die Zeit der Blutzellarmut (Neutropenie
) nach immunsuppressiven
Behandlungen wie Chemotherapien
oder Strahlentherapien.
- Gene
- Abschnitte auf den Chromosomen,
die die Erbanlagen tragen. Die Gene sind auf den
fadenförmigen Molekülen
durch Zwischenstücke getrennt wie Perlen aufgereiht.
Sie enthalten "Baupläne" für Proteine (Eiweiße), die fast alle Funktionen
der Zellen und damit der Organe und des ganzen Körpers steuern bzw. realisieren.
- genetisch
- (erblich bedingt); in der Erbsubstanz (DNA)
festgelegte Eigenschaften, die an die Nachkommen (auch Tochterzellen) weitergegeben werden.
Hier: In genetischen Untersuchungen werden Veränderungen der DNA von Tumorzellen
aufgeklärt, die an deren Tochterzellen weitergegeben werden. Diese Veränderungen werden
in Beziehung gesetzt zu von normalen Zellen abweichenden Eigenschaften von Tumorzellen.
- Genregulation
- Genregulationen sind generell für die Entstehung von Tumoren von zentraler Bedeutung.
Bei einigen Tumortypen sind sie auch für die Diagnose und Therapie wichtig.
In einer Zelle sind nicht alle Gene gleichzeitig aktiv. Alle Zelltypen (z.B. Nervenzellen
oder auch Lymphozyten)
zeigen ein spezifisches Muster aktiver und inaktiver Gene.
Das Muster aktiver und inaktiver Gene einer Zelle ändert sich auch über die Zeit.
Die Regulation von Genen
ist ein hochkomplexes Zusammenspiel von
DNA und Proteinen auf mehreren Ebenen.
1. Abschnitte der fadenförmigen DNA in den Zellkernen können um kleine
Proteine (Histone) "gewickelt" werden. Die in diesen verdichteten DNA-Abschnitten
liegenden Gene sind inaktiv. Durch Wegnahme der Histone (Entpackung) werden
die Gene wieder aktiv. Bei diesem Mechanismus werden in der Regel mehrere benachbarte
Gene gemeinsam reguliert. Eingriffe in diesen Mechanismus werden auch zur Behandlung von
Tumoren genutzt (siehe unter HDAC-Inhibitoren
).
2. Eine auch eher auf größere Abschnitte der DNA mit mehreren Genen wirkende Regulation der
Aktivität von Genen ist die sogenannte "DNA-Methylierung". Durch Bindung von kleinen "Anhängen"
(Methylgruppen) außen an Cytidin-Bausteine der DNA (siehe unter DNA) verändert sich
die Aktivität der Gene des methylierten Bereiches. Bei einigen
Tumorzelllinien findet man diese, relativ zu normalen Zellen, veränderten DNA-Methylierungen.
Eine Methylierung kann mit als Zytostatika
wirkenden Substanzen (z.B. "5-Azacytidin") reduziert werden. In Studien wird z.B. beim
Myelodysplastischen Syndrom
solch eine Behandlung durchgeführt.
3. In der Regel werden einzelne Gene durch Bindung oder Entfernung von Regulationsproteinen
oder Hormonen an speziellen Abschnitten des Gens in ihrer Aktivität beeinflusst. Bindung von
Proteinen / Hormonen führt bei einem individuellen Gen zur Aktivierung, bei einem anderen zur
Inaktivierung. Die Entfernung von Proteinen / Hormonen bewirkt bei wieder einem anderen
Gen entweder zu dessen Aktivierung oder Inaktivierung. Ein konkretes Regulationsprotein / Hormon
kann also eine von vier verschiedenen Wirkungen zeigen: Bindung = Inaktivierung oder
Bindung = Aktivierung oder Entfernung = Inaktivierung oder
Entfernung = Aktivierung. Mehrere dieser vier Mechanismen regulieren häufig
kaskadenförmig in komplizierten Regelkreisen die Aktivität eines konkreten Gens.
Unabhängig von seinen Regulationen kann ein Gen durch eine Mutation so verändert sein,
dass die von diesem Gen normalerweise "hergestellten" Proteine nicht mehr oder mit nicht
funktionierender falscher Struktur gebildet werden.
Mutationen können auch in die oben beschriebenen Regulationsmechanismen eingreifen und so zu
fehlenden Proteinen oder zu Proteinmengen in falschen Konzentrationen führen.
Ein Spezialfall einer Regulationsstörung ist die Fusion eines Strukturabschnitts eines Gens
(er enthält die Information für das Protein) mit einem nicht passenden Regulationsabschnitt
aus einem anderen Gen durch eine
Translokation. Das führt auch zu
einer Fehlsteuerung des betroffenen Gens.
(siehe z.B. das Philadelphia-Chromosom
bei der CML)
- gentechnologisch
- (mit den Techniken der Gentechnologie durchgeführt); die Gentechnologie ist die
Wissenschaft von der Neukombination von DNA-Abschnitten
oder Genen
verschiedener Organismen. In der Immuntherapie
eingesetzte "chimäre
monoklonale Antikörper"
werden z.B. von Zellen produziert,
in denen ein Maus-DNA-Abschnitt mit einem Mensch-DNA-Abschnitt kombiniert wurde.
Die Gene von menschlichen Wachstumsfaktoren, die die Bildung von Blutzellen stimmulieren
wurden in die DNA von Bakterien oder Hefezellen "eingesetzt", so dass von ihnen diese
Wachstumsfaktoren produziert werden. Sie können dann für Medikamente isoliert werden.
- Glivec
- (Syn.: Gleevec; Wirkstoff: STI571); es ist ein das Enzym "ABL-Tyrosinkinase" spezifisch
hemmendes Medikament.
Bei CML-Patienten und bestimmten
ALL-Patienten liegt ein
sogenanntes "BCR-ABL-Rearrangement" in der DNA vor
(die normalerweise auf verschiedenen Chromosomen
getrennten BCR- und ABL-Abschnitte
sind fusioniert). Dadurch zeigt die ABL-Tyrosinkinase eine Überaktivität der Enzymaktivität
und fördert so das Tumorwachtum. Glivec/STI571 hemmt also das Tumorwachstum bei genannten Patienten.
(siehe auch Philadelphia-Chromosom
)
- GM-CSF
- (Abkürzung für Granulocyte-Makrophage-Colony Stimulation Factor;
Granulozyten-Makrophagen-Kolonie stimulierender Faktor); die Bezeichnung "Kolonie stimulierend"
stammt aus einer historischen Versuchsanordnung. Ein zu den Zytokinen gehörender
Wachstumsfaktor, der im Unterschied zum G-CSF
das Wachstum von
Granulozyten
und weiteren Zelltypen vor allem von Makrophagen stimuliert und
mobilisiert. Das gentechnologisch
hergestellte Medikament (Handelsname z.B.: Leukine)
verkürzt die Zeit der Blutzellarmut (Neutropenie
)
nach immunsuppressiven
Behandlungen wie Chemotherapien.
- grading
- (nicht zu verwechseln mit dem staging,
der Zuordnung der Erkrankung eines
konkreten Patienten zu einem bestimmten Stadium der Krankheitsentwicklung);
Grading wird die Einordnung von Tumor-Entitäten
(unterscheidbaren eigenständigen Erkrankungen)
nach ihrer Bösartigkeit, der Schnelligkeit des Fortschreitens der Erkrankung
in Gruppen genannt.
Bei der großen Anzahl von Lymphom-Entitäten (ca. 30) wäre
die Bildung von Gruppen hilfreich, so dass Erkrankungen einer Gruppe der gleichen Behandlung
zugeführt werden könnten und Patienten durch Charakterisierungen der Gruppen
eine Vorstellung bekämen wie sich ihre Erkrankung wahrscheinlich entwickeln wird.
In der Kiel-Klassifikation
(1974) gibt es zwei Gruppen, niedrigmaligne
und hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) (als Synonyme auch NHL vom
niedrigem Malignitätsgrad und hohem Malignitätsgrad).
In der "working formulation" (1982) - sie wurde vornehmlich in Amerika benutzt - gibt es drei Gruppen,
low grade, intermediate grade und high grade NHL (als Synonyme
auch low risk, intermediate risk und high risk).
Wohl in Angleichung an die "working formulation" wurden die Entitäten
der Kiel-Klassifikation auch hin und wieder in drei Gruppen eingeteilt.
Als dritte Gruppe zwischen den beiden anderen wurde die Gruppe intermediärmaligne
NHL gebildet.
Bei der Erstellung der weltweit einheitlichen REAL-Klassifikation (1998)
(von der WHO als WHO-Klassifikation
der Lymphome (1999) leicht verändert übernommen)
hat man auf ein grading verzichtet, weil die Variablität zwischen
den einzelnen Erkrankungen vieler Lymphom-Entitäten so hoch ist, dass sie kaum
zusammen einer Gruppe zugeordnet werden können.
Nach der Erstellung der REAL/WHO-Klassifikation blieb speziell bei Klinikern der Wunsch,
ein grading zur Verfügung zu haben. Die Entitäten der REAL/WHO-Klassifikation
wurden in zwei Gruppen (indolente und aggressive Lymphome) bzw. in drei Gruppen
(indolente, aggressive und sehr aggressive Lymphome) eingeteilt.
Aus den Ausführungen folgt, dass ein grading nur ein Anhaltspunkt sein kann.
Speziell bei einigen Lymphomen kann sich eine konkrete Erkrankung anders Verhalten als
es ihrem grading entspricht.
Gegenwärtig werden nicht selten die Bezeichnungen einer Klassifikation mit dem grading einer
anderen gemischt. Wir haben bei den einzelnen Lymphom Entitäten zu dem grading
indolent und aggressiv (nach Physician Data Query, US National Cancer Institute)
das häufig angegebene grading der Kiel-Klassifikation niedrigmaligne und hochmaligne
hinzugefügt.
Was bedeutet nun indolent/niedrigmaligne (auch low grade, low risk) und
aggressiv/hochmaligne (auch high grade, high risk)?
Indolent/niedrigmaligne:
- langsames Fortschreiten der Erkrankung; häufig über mehrere Jahre;
- oft mit einer milden Chemotherapie kontrollierbar;
- Erkrankung kann zu einer aggressiven/hochmalignen Form transformieren;
- Abgesehen von Einzelfällen in frühen Stadien, in der Regel nicht heilbar;
aggressiv/hochmaligne:
- schnelles Fortschreiten der Erkrankung in Wochen oder Monaten;
- ein je nach Typ unterschiedlicher Anteil ist heilbar;
(zum Verständnis der unterschiedlichen Heilbarkeit der Lymphome siehe auch unter
Zytostatika.)
- Graft-versus-host-disease (GvHD)
- (Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion); bei einer allogenen Transplantation sind Transplantat
und Wirt genetisch nicht identisch. Deshalb kommt es häufig zu immunologischen Abwehrreaktionen
des Transplantates gegen den Wirt. Man unterscheidet eine akute GvHD (Auftreten in den ersten 100 Tagen)
mit Beschwerden vornehmlich an Haut, Darm und Leber von einer chronischen GvHD (nach 100 Tagen) mit Trockenheit
des Mundes und der Augen, mit Beschwerden vornehmlich an Haut, Leber, Lunge und Magen-Darm-Trakt.
Zur Bekämpfung der GvHD müssen häufig lange Zeit Medikamente genommen werden.
- Graft-versus-Leukämie/Lymphom-Effekt
- Der entscheidende Vorteil einer allogenen
gegenüber einer autologen
Transplantation ist, dass das Transplantat effektiv nach Behandlungen verbliebene
Tumorzellen bekämpft. Dieser spezielle Effekt wird
Graft-versus-Leukämie-Effekt / Graft-versus-Lymphom-Effekt (GvL)
oder Graft versus Tumor-Effekt (GvT) genannt.
- Granulozyten
- Eine Untergruppe der Leukozyten (weißen Blutkörperchen), die im Zellleib Granula (lat. Körnchen)
enthalten. Nach ihrer unterschiedlichen Färbbarkeit werden sie in neutrophile, eosinophile und
basophile Granulozyten unterteilt.
- Gray (Gy)
- Die Bestrahlung in einer Strahlentherapie muss sehr sorgfältig dosiert werden um einerseits eine Wirkung auf
den Tumor zu erzielen und andererseits gesundes Gewebe nicht zu sehr zu schädigen. Ein geeignetes Maß
ist die Strahlungswirkung, die sogenannte Energiedosis. Das ist die Strahlungsenergie, die durch eine
bestimmte Materiemenge (hier der menschliche Köper oder Teile des Körpers) absorbiert wird.
Die Strahlungswirkung wird in Gray (Joule/kg) gemessen.
- GvHD
- (Abk. für Graft-versus-host-disease; Transplantat gegen Wirt Reaktion)
- GvHD-Prophylaxe
- Um das Auftreten der GvHD zu verhindern oder abzuschwächen werden
Medikamente, die immunsuppresiv wirken prophylaktisch (vor Eintreten der Symptome) verabreicht.
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