- ABVD
- Ein in der
Polychemotherapie eingesetzte gleichzeitig verabreichte Kombination aus den
Zytostatika:
Adriamycin, Bleomycin, Vinblastin und Dacarbazin
- Adjuvante Therapie
- (lat.: adiuvare = unterstützen, helfen); Eine unterstützende Therapie, die
eventuell durchgeführt wird um das Wiederauftreten der Krebserkrankung zu verhindern
oder zu verzögern, wenn nach der eigentlichen Therapie keine Tumorzellen mehr nachweisbar sind.
- Adultes T-Zell Lymphom/ Adulte T-Zell Leukämie
-
REAL/WHO-Klassifikation: adult T-cell lymphoma/leukemia (HTLV-1+);
Kiel-Klassifikation: Pleomorphes T-Zell Lymphom (HTLV+)
(kleinzelliges, mittelgroßzelliges und großzelliges)/T-immunoblastisches Lymphom
T-Zell Lymphom; grading: aggressiv/hochmaligne (siehe Näheres unter
grading).
Die meisten Patienten haben Antikörper gegen das HTLV-1 Virus (Humanes T-Zell-Leukämie-Virus).
Es gibt eine akute und chronische Variante mit unterschiedlichen Prognosen.
- aggressive (hochmaligne) Lymphome
- (bösartig, schnell fortschreitend; synonym verwendete Begriffe: hochmaligne, von hohem
Malignitätsgrad, high grade, high risk); Eingruppierung (grading)
bestimmter Lymphome nach dem unbehandelt zu erwartenden Krankheitsverlauf.
Die Erkrankung schreitet schnell, in Wochen oder Monaten fort. Ein je nach Lymphom-
Entität
und Variante unterschiedlicher Anteil ist heilbar.
(Näheres siehe unter grading
zusätzliche Informationen unter Lymphome
und Zytostatika)
- AIDA
- Eine in der Behandlung der akuten Promyelozytenleukämie (PML) (zur PML Näheres
unter Akute myeloische Leukämie) eingesetzte
Polychemotherapie
mit den Zytostatika: ATRA (Alltransretinol) und Idarubicin
- akut
- Plötzlich auftretend, schnell und heftig verlaufend; Gegensatz: chronisch
- Akute lymphatische Leukämie (ALL)
- Die ALL ist eine akute Leukämie,
d.h. sie tritt plötzlich auf und nimmt einen schnellen Verlauf. Vorläuferzellen der
B-Lymphozyten
oder T-Lymphozyten
vermehren sich unkontrolliert und häufen sich massiv im Knochenmark, im Blut und gegebenenfalls
auch in anderen Organen wie Milz und Leber an. Nicht selten sind auch die Hirnhäute und das Rückenmark
von Krebszellen befallen und bedürfen einer besonderen Behandlung. Es werden nach
morphologischen Kriterien nach der FAB-Klassifikation drei Varianten unterschieden (L1 - L3).
Neuerlich werden Varianten auch nach immunologischen Kriterien eingeteilt,
die offenbar eine größere klinische Relevanz haben: In der B-Zell-Reihe,
prä-prä-B-ALL, c(commen)-ALL, prä-B-ALL und B-ALL und in der
T-Zell-Reihe
prä-T-ALL und T-ALL). In den Leukämie-Zellen finden sich häufig unterschiedliche
Chromosomenaberrationen, die prognostische Bedeutung haben. Ca. 1/3 der
erwachsenen ALL-Patienten hat ein BCR-ABL Rearrangement
(siehe unter
Chronisch myeloische Leukämie) und kann deshalb grundsätzlich mit
Glivec
behandelt werden.
Die Varianten (Unterformen) werden unterschiedlich behandelt!
Häufig wird die ALL mit Kombinationen von Zytostatika behandelt. Eine regionale Bestrahlung
großer Tumormassen und eine prophylaktische Bestrahlung des Kopfes und des Rückenmarkes
oder eine direkte Infusion von Zytostatika in die Flüssigkeit, die Hirn und Rückenmark
umgibt, wird in der Regel durchgeführt. Häufig wird nach Zurückdrängen der
Erkrankung eine Hochdosistherapie mit anschließender
allogener Knochenmarktransplantation bzw. allogener Blutstammzelltransplantation
angestrebt.
- Akute myeloische Leukämie (AML)
- Die AML ist eine akute Leukämie, d.h. sie tritt plötzlich auf und nimmt einen schnellen Verlauf.
Vorläuferzellen der Granulozyten vermehren sich unkontrolliert im Knochenmark.
Typisch sind ausgeprägte Anämien und Thrombozytopenien mit ihren Folgeerscheinungen.
Man unterscheidet nach morphologischen Kriterien der Zellen nach der
FAB-Klassifikation
die Typen M0, M1, M2, M3, M3 variant, M4, M4Eo, M5a, M5b, M6 und M7.
Bei den einzelnen Typen vermehren sich unterschiedliche Vorläuferzellen der Blutzellen unkontrolliert.
Die Art der Vorläuferzellen und ihr prozentualer Anteil an der Gesamtzahl der Zellen im Blut ist Basis
für die Einteilung in verschiedene Typen.
Es sind einige Chromosomenaberrationen bekannt, die bei einem oder
mehreren Varianten vorkommen. Einige der Aberrationen haben prognostische Bedeutung für eine
wahrscheinliche Entwicklung der Erkrankung.
Von Bedeutung für eine spezielle Therapie ist vor allem die für den M3-Typ
(M3 und M3 variant; Promyelozytenleukämie) typische Chromosomemtranslokation zwischen
den Chromosomen
15 und 17; t(15;17). Durch diese Translokation ist der
"Retinolsäure-Rezeptor alpha" so verändert, dass er das vitaminähnliche Retinol schlecht bindet.
Das führt zu einer Blockade der Bildung von reifen Blutzellen und zur Ansammlung von Vorstufen des M3-Typs
(Promyelozyten). Hohe Dosen Retinol können diese Blockade überwinden. Die Promyelozytenleukämie (M3 und M3 variant)
kann deshalb mit hohen Dosen Retinol (Alltransretinol; ATRA), eventuell kombiniert mit einer milden Chemotherapie
behandelt werden.
Bei refraktären
und rezidivierenden Fällen wird eventuell auch mit Arsentrioxid behandelt.
Die anderen akuten myeloischen Leukämien (nicht M3) werden in der Regel als
Induktionstherapie
mit einer Kombination von Zytostatika behandelt, an die sich eine
Konsolidierungstherapie anschließt. Dadurch ist allerdings bisher keine Heilung möglich.
Bei jüngeren Patienten wird nach Zurückdrängen der Erkrankung durch eine Chemotherapie, eine
Hochdosistherapie mit anschließender
allogener Knochenmarktransplantation / Blutstammzelltransplantation angestrebt.
Neuerlich werden in Studien HDAC-Inhibitoren (siehe unter HDAC) und
Immuntherapien
mit dem CD33-monoklonalen Antikörper Mylotarg durchgeführt.
- Alemtuzumab
- (Handelsname: MabCampath); Medikament mit dem monoklonalen Antikörper CD52. Es wird bei
Immuntherapien
eingesetzt.
- Alkylantien
- Organische Verbindungen, die Alkyl-Gruppen (kleine reaktive Kohlenwasserstoffreste) an andere
organische Verbindungen (hier die Erbsubstanz (DNA) gebunden.
Die Alkylantien verändern die DNA so, dass eine für eine Zellteilung notwendige exakte
Verdoppelung der DNA verhindert wird oder Fehlablesungen essentieller Erbinformation von der DNA erfolgen.
Die stark geschädigten Zellen sterben als Folge ab.
In der Tumorbekämpfung werden Alkylantien als Zytostatika eingesetzt.
(Siehe Näheres unter Zytostatika.)
- ALL
- Abkürzung für Akute Lymphatische Leukämie
- allogen
- von einem genetisch verschiedenen Individuum stammend; hier bei der Charakterisierung von
Blutstammzellen: Von einem Familien- oder Fremdspender stammend; Gegensatz:
autolog;
- allogene Knochenmark- bzw.
periphere Blutstammzell-Transplantation (allogene KMT bzw. allogene PBST)
- Die Übertragung von Blutstammzellen,
die von einem Familien-
oder Fremdspender stammen. Üblicherweise wird der ganze folgende Vorgang so benannt:
Die Gewinnung der Stammzellen vom Spender, die Hochdosistherapie, die Übertragung der Stammzellen
und die folgende spezielle Betreuung bis sich die Immunabwehr des Patienten nach der
Aplasie-Phase
wieder aufgebaut hat.
Bei einer
Hochdosistherapie, die eine Zerstörung aller Tumorzellen zum Ziel hat,
werden als Nebenwirkung auch die Blut-Stammzellen im Knochenmark,
aus denen alle Blutzellen gebildet werden, zerstört.
Sie müssen durch genetisch passende Stammzellen eines gesunden
verwandten oder nichtverwandten Spenders ersetzt werden. Nach der Infusion
in eine Vene wandern die Stammzellen ins Knochenmark ein und bilden dort dauerhaft alle Blutzellen.
Die übertragenen Stammzellen können aus dem Knochenmark, aus dem Blutkreislauf
(periphere Blutstammzellen) oder aus der Nabelschnur/Plazenta eines Neugeborenen stammen.
- Allopurinol
- Ein Medikament, dass den Purin-Abbau hemmt (Purine = Bausteine der DNA) und damit
die Konzentration des "Entsorgungsstoffes" Harnsäure begrenzt. Bei hohen Konzentrationen
von Harnsäure bleibt sie nicht in Lösung und fällt als Kristalle aus. Es kann zu schmerzhaften
Gichtanfällen und schließlich zur Bildung von Nierensteinen kommen.
Beim vorliegen einer großen Tumormasse findet bei einer Krebsbehandlung ein massiver Zell- und
damit DNA-Abbau statt, die Purin- und schließlich Harnsäurekonzentration steigt sprunghaft an.
Allopurinol verhindert diese Nebenwirkung einer Krebsbehandlung.
- Alopezie
- Haarausfall; häufige Nebenwirkung nach einer Chemotherapie oder Strahlentherapie;
- ambulant
- ohne Übernachtung im Krankenhaus;
- Aminosäuren
- Aminosäuren nennt man die ca. 20 verschiedenen Grundbausteine von Proteinen
(Eiweißmolekülen)
Durch die spezielle Reihenfolge der verschiedenen Aminosäuren in der Molekülkette eines Proteins
wird seine Struktur und damit seine spezielle Eigenschaft bestimmt.
- AML
- Abkürzung für Akute Myeloische Leukämie
- Ampho-Moronal
- Medikament, das als Lutschtabletten oder Suspension gegen Hefepilzinfektionen
im Mundhöhlenbereich (Soor) verabreicht wird.
- Amphotericin B
- Gegen Pilze wirkendes potentes Medikament, dass häufig als Prophylaxe (Vorbeugung)
oder als Therapie bei akutem Befall bei Patienten mit einer Immunsuppression (Immunschwäche)
verabreicht wird.
- Amyloid
- (gr. stärkemehlähnlich); bei bestimmten Krankheiten lagern sich in Geweben
Eiweißkomplexe ab, die einen Kohlenhydratanteil (Zuckeranteil) haben und sich deshalb
wie Stärke (auch ein Kohlenhydrat) anfärben lassen.
- Amyloidose
- Die Ablagerung eines massenhaft anfallenden spezifischen Proteins außerhalb von Zellen.
hier: Die Erkrankung durch Ablagerung eines von den Tumorzellen unkontrolliert gebildeten funktionslosen
Immunglobulins (Amyloiden;) beim Plasmozytom/Multiplen Myelom
und Bence-Jones-Myelom.
- Anämie
- Abfall der Anzahl der Erythrozyten (roten Blutkörperchen, den Sauerstoffträgern im Blut)
unter den Normalwert. Es sind nicht genügend Erythrozyten für einen ausreichenden Sauerstofftransport
im Blut vorhanden. Das kann zu Kurzatmigkeit, Schwäche und Müdigkeit führen.
Gemessen wird die Konzentration des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin (Hb-Wert).
Normaler Hb-Wert: 12 - 16 g/dl Blut bei Frauen, 14 - 18 g/dl
bei Männern; milde Anämie: 10 - 12 g/dl; mittelgradige Anämie:
8 - 10 g/dl; schwere Anämie: unter 8g/dl.
- Analgetikum
- (pl. Analgetika) Schmerzmittel
- Anamnese
- Vorgeschichte des Kranken; Art, Beginn und Verlauf der Beschwerden, die im
ärztlichen Gespräch erfragt werden.
-
Anaplastisches großzelliges Lymphom, T- und Null-Zell Typen
-
REAL/WHO-Klassifikation:
Anaplastic large cell lymphoma, T/null cell, primary systemic type;
anaplastic large cell lymphoma, T/null cell, primary cutaneous type;
Kiel-Klasssifikation: Anaplastisches T-Zell Lymphom (Ki-1+);
T-Zell Lymphom bzw. "Null-Zell-Lymphom"
(Null-Zell = der Zelltyp des entstandenen Lymphoms B-Zell
oder T-Zell
ist unbekannt); grading: aggressiv/hochmaligne (siehe Näheres unter grading).
- Aneuplodie
- Eine Abweichung vom normalen (euploiden) Chromosomensatz (2 x 23 beim Menschen)
durch überzählige oder fehlende Chromosomen. Siehe auch unter Chromosomen
- Angiogenese
- Neubildung von Blutgefäßen; wachsende Tumore regen die Angiogenese an, um so ihren Nährstoff-
und Sauerstoffbedarf sicherzustellen
- Angioimmunoblastisches T-Zell Lymphom
- (manchmal auch "Angioimmunoblastische Lymphadenopathie" oder "Lymphogranulomatosis X" genannt)
REAL/WHO-Klassifikation: angioimmunoblastic T-cell lymphoma (aggressiv);
Kiel-Klassifikation: Angioimmunoblastisches Lymphom;
T-Zell Lymphom;
grading: aggressiv/hochmaligne
(siehe Näheres unter
grading)
- Ann-Arbor Klassifikation
- Ein System nach denen fast alle Lymphome nach der Fortgeschrittenheit der Erkrankung
in Stadien eingeteilt werden.
| Stadium I |
Befall einer einzelnen Lymphknotenregion oder lokalisierter
Befall eines einzelnen extralymphatischen Organs oder Bezirks
(extralymphatisch= außerhalb des Lymphsystems / nicht zum Lymphsystem gehörend) |
| Stadium II |
Befall von 2 oder mehr Lymphknotenregionen auf der gleichen Seite
des Zwerchfells oder lokalisierter Befall eines einzelnen extralymphatischen
Organs oder Bezirks und seines (seiner) regionären Lymphknoten mit oder
ohne Befall anderer Lymphknotenregionen auf der gleichen Zwerchfellseite |
| Stadium III |
Befall von Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells,
ggf. zusätzlich lokalisierter Befall eines extralymphatischen Organs
oder Bezirks oder gleichzeitiger Befall der Milz oder gleichzeitiger Befall
von beiden |
| Stadium IV |
Ausgedehnter (multifokaler) Befall eines oder mehrerer extralymphatischer
Organe mit oder ohne gleichzeitigen Lymphknotenbefall; oder isolierter Befall
eines extralymphatischen Organs mit Befall entfernter (nichtregionärer)
Lymphknoten |
Jedes Stadium wird in A- und B-Kategorien unterteilt:
A bei Fehlen definierter Allgemeinsymptome
- B bei folgenden definierten Allgemeinsymptomen:
- - unerklärlicher Gewichtsverlust von mehr als 12% des vorigen Körperewichtes
in den letzten sechs Monaten und/oder
- unerklärliches Fieber mit Temperaturen über 38° C und/oder
- starker Nachtschweiß |
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